Ein Herbstabend


An Karl Röck

 

Das braune Dorf. Ein Dunkles zeigt im Schreiten

Sich oft an Mauern, die im Herbste stehn,

Gestalten: Mann wie Weib, Verstorbene gehn

In kühlen Stoben jener Bett bereiten.

 

Hier spielen Knaben. Schwere Schatten breiten

Sich über braune Jauche. Mägde gehn

Durch feuchte Bläue und bisweilen sehn

Aus Augen sie, erfüllt von Nachtgeläuten.

 

Für Einsames ist eine Schenke da;

Das säumt geduldig unter dunklen Bogen,

Von goldenem Tabaksgewölk umzogen.

 

Doch immer ist das Eigne schwarz und nah.

Der Trunkne sinnt im Schatten alter Bogen

Den wilden Vögeln nach, die ferngezogen.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 22:05:58 •
Seite zuletzt aktualisiert: 08.06.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright