Gehprüfung

Gehprüfung Beobachtung des Ganges und seiner krankhaften Veränderungen, der Gehstörungen. Die wichtigsten sind: 1. Der einfache paretische Gang: langsames Gehen in kurzen Schritten, wenig ausgiebige aktive Bewegungen, zuweilen passive übertriebene Beugung im Knie, Einknicken; stärkste Grade verlangen Stütze durch Arme und Schultern, Stock oder Krücken. 2. Der teilweise paretische Gang, wobei nur einzelne Muskelgruppen gelähmt sind; häufig durch doppelseitige Peroneuslähmung, s. d. 3. Der spastisch-paretische Gang: langsame kurze Schritte, das Bein steif wie eine Säule vorgeschoben, Fußspitze klebt am Boden und scharrt; bei überwiegender Kontraktur der Oberschenkeladduktoren reiben die Knie aneinander und werden die Schenkel beim Gehen gekreuzt. Vgl. Spinallähmung. 4. Der ataktische Gang s. Ataxie. 5. Die durch Zittern bedingte Gehstörung: einzelne Muskelaktionen durch Zittern oder die gesamte Bewegung durch Wackeln oder Schüttelkrampf ersetzt. 6. Entengang, Watschelgang bei Dystrophia musculorum progressiva und bei Osteomalazie. 7. Greisengang, trippelnder Gang durch Störungen im striären System. 8. Gezierter Gang bei Dengue, bei Dementia praecox. 9. Die Gehstörungen durch Schmerzen, sehr mannigfaltig. 10. Unfähigkeit zum Gehen durch Vorstellung nicht zu können s. Abasie. 11. Gehstottern BRUNS unregelmäßiger, unsicherer Gang bei Erwartungsneurose. 12. Neigung zum Vornüberfallen oder zum Rückwärtsgehen bes. bei Paralysis agitans. Vgl. Flankengang.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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