Wörter


[A 109] Es ist ein ganz unvermeidlicher Fehler aller Sprachen, dass sie nur genera von Begriffen ausdrücken, und selten das hinlänglich sagen, was sie sagen wollen. Denn wenn wir unsere Wörter mit den Sachen vergleichen, so werden wir finden, dass die letzteren in einer ganz andern Reihe fortgehen als die erstern. Die Eigenschaften, die wir an unserer Seele bemerken, hängen so zusammen, dass sich wohl nicht leicht eine Grenze wird angeben lassen, die zwischen zweien wäre, die Wörter, womit wir sie ausdrücken, sind nicht so beschaffen, und zwei auf einander folgende und verwandte Eigenschaften werden durch Zeichen ausgedrückt, die uns keine Verwandtschaft zu erkennen geben. Man sollte die Wörter philosophisch deklinieren können, das ist ihre Verwandtschaft von der Seite durch Veränderungen angeben können. In der Analysi nennt man einer Linie a unbestimmtes Stück x, das andere nicht y wie im gemeinen Leben, sondern a - x. Daher hat die mathematische Sprache so große Vorzüge für der gemeinen.

 

[C 276] Was Baco von der Schädlichkeit der Systeme sagt, könnte man von jedem Wort sagen. Viele Wörter, die ganze Klassen ausdrücken, oder alle Stufen einer ganzen Leiter, werden wie von einer Stufe als individua gebraucht. Das heißt die Wörter wieder indefinieren.

 


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