Choriambus

Choriambus. (Dichtkunst) Ein Silbenfuß von vier Silben, davon die erste und vierte lang, die zwei mittlere kurz sind —υυ—. Er teilt sich also in zwei andere, einen Trochaus —υ und einen Jambus υ— und wird deswegen auch Trochäo-Jambus genannt. Man kann ihn auch als einen Daktylus mit einer angehängten langen Silbe ansehen, wie in dem Ausdruck himmlische Lust. Von diesem Fuß hat

Die choriambische Versart ihren Namen, welche in lyrischen Gedichten von den Alten bisweilen gebraucht und im Deutschen, so viel uns bekannt, von Klopstok zuerst glücklich versucht worden. Der Vers besteht aus einem oder zwei Choriamben, welche mit Spondeen vermischt sind. Von dieser Art sind die drei ersten Verse jeder Strophe in der Horazischen 24 Ode des 1 Buchs.

 

Quis desiderio sit pudor aut modus.

 

Klopstok hat seine choriambische Verse mit Trochäen angefangen, welche die Deutschen oft für Spondäen brauchen.

 

Unberufen zum Scherz, welcher im Liede lacht,

Nicht gewöhnet zu sehn, tanzende Gratien,

Wollt ich Lieder wie Schmidt singt,

Lieder singen wie Hagedorn.

 


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Seite zuletzt aktualisiert: 23.10.2004 
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