Bücher


[D 201] Heutzutage haben wir schon Bücher von Büchern und Beschreibungen von Beschreibungen.

 

[E 128] Es hatte die Wirkung, die gemeiniglich gute Bücher haben. Es machte die Einfältigen einfältiger, die Klugen klüger und die übrigen Tausende blieben ungeändert.

 

[E 308] Schreibt man denn Bücher bloß zum Lesen? oder nicht auch zum Unterlegen in die Haushaltung? Gegen eins, das durchgelesen wird, werden Tausende durchgeblättert, andere Tausend liegen stille, andere werden auf Mauslöcher gepreßt, nach Ratten geworfen, auf andern wird gestanden, gesessen, getrommelt, Pfefferkuchen gebacken, mit andern werden Pfeifen angesteckt, hinter dem Fenster damit gestanden.

 

[J 155] Seine Bücher waren sehr nett, sie hatten auch sonst wenig zu tun.

 

[J 846] Man klagt über die entsetzliche Menge schlechter Schriften, die jede Ostermesse heraus kommen. Ich sehe das schlechterdings nicht ein. Warum sagen die Kritiker, man soll der Natur nachahmen? Diese Schriftsteller ahmen die Natur nach, sie folgen ihrem Triebe so gut wie die großen. Und ich möchte nur wissen, was irgend ein organisches Wesen mehr tun könne als seinem Triebe folgen? Ich sage: seht die Bäume an, zum Exempel die Kirschenbäume, sagt, wie viele Kirschen von den grünen werden da reift? nicht der 50. Teil; die andern fallen ab. Wenn nun die Kirschenbäume Makulatur drucken, wer will es den Menschen wehren, die doch besser sind als die Bäume; Ja was sage ich die Bäume. Wißt ihr nicht, dass von den Menschen, die das prokreierende Publikum jährlich herausgibt, mehr als ein Drittel stirbt, ehe es 2 Jahre alt wird? Wie die Menschen, so die Bücher, die von ihnen geschrieben werden. Anstatt mich also über die überhandnehmende Schriftstellerei zu beklagen, bete ich vielmehr die hohe Ordnung der Natur an, die es überall will, dass von allem, was geboren wird, ein großer Teil zu Dünger wird und zu Makulatur, welches eine Art von Dünger ist. Mit einem Wort, Deutschland ist das wahre Bücher-Beet für die Welt, die Treibhäuser, die Gärtner, ich meine die Buchhändler mögen auch sagen, was sie wollen.

 


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