Taschenspieler


[A 16] Eine geringe Veränderung in der gemeinsten Verknüpfung der Dinge kann unsere Abstraktion leicht so sehr verwirren, daß man mit leichter Mühe Taschenspieler-Künste aus den gewöhnlichsten Dingen herauslockt, wenn man kleine Umstände verändert. Ein artiges Stück der Taschenspieler, da sie 2 Personen mit Bindfaden die Hände binden, dann durch einander schlingen, und hernach die Personen von einander bringen, ohne einen Bindfaden zu zerschneiden oder aufzuknüpfen, gründet sich auf so gemeine Kunstgriffe, oder ist vielmehr einerlei mit ihnen, daß man über die Einfalt der ganzen Erfindung erstaunt.... Auf eben diese Art lassen sich oft Dinge von großer Schwierigkeit entwickeln, und mit sehr bekannten in gleiche Reihe stellen. Und leichte Sachen bekommen eine geheimnisvolle Dunkelheit, wenn man gewisse Umstände nach einem gewissen Gesetze ändert, diese beiden Methoden ließen sich mit Nutzen zur Erfindung der Wahrheit gebrauchen und die erste wäre die umgekehrte der andern, und eine Art von Integration derselben.

 

[A 20] Es ist nicht so angenehm, wenn uns andere von einem Taschenspieler erzählen, als ihn selbst zu sehen, weil uns bei dem ersten immer ein Grad von Unglauben zurückbleibt, oder wir denken, die erzählende Person sei nicht fein genug gewesen, wie sie die Sache betrachtet habe.

 


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