Zeitungen


[B 156] Er hatte schon längst den stillen Vorsatz bei sich gefaßt, etwas zu tun, das entweder in die gelehrte oder in die politische Zeitung kommen müßte.

 

[D 253] Eigentlich nicht der menschliche Verstand, oder das menschliche Herz, sondern das menschliche Maul ist es, für was wir sorgen, das wir bilden, für dessen Erziehung bedacht wir Bibliotheken und Abtritte mit Journalen anfüllen. Polen wird geteilt, der Orden der Jesuiten aufgehoben, Holstein an Dänemark abgetretten. Davon reden 10 bis 15 politische Zeitungen wie es sich gehört mit untertänigst devotester Trockenheit. Aber nun hört einmal. Bahrdt travestiert das neue Testament. Da wird in allen gelehrten und ungelehrten Zeitungen gedonnert, gezischt, geklatscht, gepfiffen und getreten, Gläser entzwei geschlagen, Bleistifte stumpf notiert, Zähne verfroren, Tintenfässer für Sandbüchsen und Sandbüchsen für Schnupftabaksdosen angesehen, Perüken aufgehoben und darunter gekratzt, in Journalen und Annalen darüber gesprochen gedacht und nicht gedacht. Mit allem Respekt vom Publikum gesprochen, wenn mein Bedienter so etwas täte, ich dankte ihn ab oder schickte ihn ins Zuchthaus. Endlich werden sich die großen Herrn noch der bedrückten Schriftsteller annehmen. Der Grund hiervon ist eine gewisse Weichlichkeit, die ihren Grund endlich im vielen Kaffeetrinken hat. Was höhere Wesen davon denken, dahin will ich gar nicht einmal denken. Aber die Handwerks-Pursche...

 


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