Das Erdbeben


Es ist nicht mehr zu überbieten. Und doch war dieses Erdbeben nur das dumpfe Rollen einer Ahnung von dem, was kommen wird. In diesem Jahr wird sich die Erde auftun und gegen die vermessene Behauptung, dass der Wiener nicht untergeht, demonstrieren. Es ist gar nicht anders möglich. Die Dummheit ist ein Elementarereignis, mit dem es kein Erdbeben aufnehmen kann. Ihre inneren Wirkungen müssen sich einmal zu einer Katastrophe zusammenballen, die das Antlitz dieser Erde entstellt. Nie zuvor kann es eine Kulturperiode gegeben haben, in der die Menschen, durch Rasse und Religion getrennt, sich mit solcher Begeisterung zu dem einigenden Prinzip der Dummheit bekannt hätten. Vielleicht ist der Menschheit noch bis zur Betriebseröffnung des Luftschiffs eine Frist gegeben und erst die geistige Verkehrsstörung, die dann rapid fühlbar werden wird, zur Einleitung des Debakels bestimmt. Ich hege aber die tiefe Überzeugung, dass sich noch in diesem Jubeljahr, wenn etwa der Pestzug über die Ringstraße gehen wird, große Dinge begeben werden.

Schon vom Faschingsabend des Männergesangvereins hatte ich mir alles Mögliche versprochen, und ich finde einigen Trost bei dem Gedanken, dass wenigstens ein schwaches Erdbeben die Antwort auf die Enthüllungen war, die dieses Fest unseren entsetzten Blicken geboten hat. Denn die Saaldekoration zeigte die New-Yorker Freiheitsstatue, wie sie die ankommenden Wiener mit dem Ausruf »O du mein Österreich!« begrüßt, und den Chormeister Kremser, wie er sich »der Zudringlichkeiten eines Indianermädchens mit den Worten erwehrt: 'Da bleib i nöt, da geh i ham'.« Einer trug, so meldet der Bericht, »eine geschmackvolle Standarte, darstellend ein gelungenes Geldstück mit der Inschrift: 'Der Krach, der is zwida, Stiribus, Omnibus, Krida'.« »Unter den ohrenbetäubenden Klängen des Sternenbannermarsches zog die fidele Gruppe der 'Stieren Sternenbanerstierer' vorüber.« Es waren, so sagt man, »amerikanische Lächerlichkeiten im Lichte des Wiener Humors«. Ich las es und dachte: Schreckliches wird geschehen. Wir liegen an den letzten Ausläufern der Alpen, und diese werden sich einer alten vulkanischen Verpflichtung erinnern, genau so wie die Polizei, wenn sie sich nicht anders helfen kann, ein altes Prügelpatent hervorholt. Ein Knistern war schon hörbar. Ich hatte beobachtet, wie auf einem Eislauffest ein Ehepaar als Gemüse verkleidet erschien, und zwar die Frau »als gelbe Ruab'n« und der Gatte »als schwarzer Radi«. Dann hörte ich, dass auf einem Künstlerfest »eine recht heitere kleine Gruppe« die Familie eines Industriellen bildete: der Vater »als Blinddarmschneider«, die Mutter »als Modebazillus« und die Tochter »als noch wachsende Kohlennot«. Ich sah ein Bild rührenden Familienlebens, doppelt ergreifend angesichts der nahen Katastrophe. Und über solche und andere Betrachtungen äußerten sich liberale und antisemische Blätter mit der gleichen Zufriedenheit, die Ausdehnung der Berichte schwankte an jedem Tag zwischen zehn und fünfzehn Spalten, und es war volle Einigkeit darüber, dass Wien Wien bleibt, nur dass nach der Darstellung der einen die Faschingsfröhlichkeit unter der Führung des Herrn Dr. Koritschoner ihren Einzug nimmt und der Altwiener Humor mit G'spiel und Musi von den Familien Reitzes, Verständig und Kulka besorgt wird, während die anderen beharrlich daran festhalten, dass dem Magistratsbeamten Weiser und dem Ehepaar Longo das Verdienst zukomme. Da, auf einmal, fand irgendwo eine »das Wiener Leben so schön charakterisierende Strophe begeisterten Widerhall in den Herzen der vielen Tausende von Zuhörern.« Sie begann:

Wiener Mode, Wiener Schick,

Wiener Pülcher, Burgmusik,

Wiener Würsteln, Wiener Madeln,

G'stellt vom Kopf bis zu die Wadeln

— — — — — — — — — — — — — — —

»Ist dies das verheißene Ende? Sind's Bilder jenes Grauens?« Bezeichnet dies Durcheinander von Pülchern, Würsteln und Madeln, wie Wiens beste Schätze zu liegen kommen werden, wenn das Unabwendbare eintreten wird? ... Ich sah nach der Magnetnadel. Und richtig, sie zeigte eine merkliche Abweichung der Gehirne. Kaum war der Bericht im 'Deutschen Volksblatt' erschienen, gab's ein Erdbeben. Nun, dachte ich mir, aber jetzt wird für ein Weilchen Ruhe sein. Wir sind gemahnt worden. Die Gehirne wurden durcheinander gerüttelt, der Wiener wird sehen, dass doch kein Verlaß auf die Geduld des Erdbodens ist, er wird Bescheidenheit lernen und sich darauf einrichten, so unterzugehen, dass kein Aufsehen entsteht... Gar keine Spur! Jetzt gehts erst recht los. Die Dummheit stürzt auf die Straße, rafft an »Beobachtungen« zusammen, wessen sie habhaft werden kann, und läuft in die Redaktionen, um zu melden, dass sie einen Ruck verspürt hat. Dass sie auch dabei war! Pfosten stürzen, Fenster klirren, Kinder jammern, Mütter irren, und die Väter schreiben Briefe an die 'Neue Freie Presse'. Weiber, die ruhig auf dem Sofa liegen geblieben sind, treiben ihre Männer an, den Zeitungen zu berichten, wie es sich zugetragen hat, als das Erdbeben kam. Da wird kein Stoß verspürt, keine Flüßigkeit wird verschüttet, ohne dass die Richtung, in der es geschah, am andern Morgen in der Zeitung bekanntgegeben würde. Dass ein Erdbeben stattfand, geht für die intelligente Presse aus dem Gutachten des Professors Sueß beinahe ebenso klar hervor wie aus der Versicherung eines Piccolo, er habe »nicht g'stößen«, die ein Kaffeehausgast, dessen Tisch schwankte, eiligst rapportiert. Ein Herr aus der Porzellangasse, die wegen ihrer Gebrechlichkeit den Redaktionen besonders beachtenswert erscheint, behauptet in allen Blättern täglich zweimal die ganze Woche hindurch, er wohne in einem Hause, das »auch in normalen Zeiten« — aha! — »nicht zu den solidest gebauten gehört«. Ein Herr gibt zu, er sei sogleich ans Telephon geeilt und habe die Nummer der geschätzten Redaktion verlangt, worauf das Telephonfräulein — aha! — meinte: »Sie wünschen die 'Presse' zu sprechen? Es sind leider wegen des Erdbebens alle Nummern besetzt.« »Ich wußte genug«, schließt der Einsender die höchst charakteristische Zuschrift. Alle Nummern besetzt, alle Spalten gefüllt. Tagaus, tagein, heute, morgen, ewig. Bis das Weltgebäude wirklich zusammenkracht und auch eine schriftliche Verständigung mit der Redaktion der 'Neuen Freien Presse' nicht mehr möglich ist. Wessen Brief infolge redaktionellen Weltenraummangels nicht untergebracht werden konnte, muß sich damit begnügen, seinen schlichten Namen in einer eigenen Liste der Erdbebenbeobachter gedruckt zu sehen. Immerhin, man war bisher bloß Nichtraucher. Und der Meldzettel ist auch schon abgeschafft, die Telephongebühren sind ermäßigt und die Blattern erloschen. Ein Zeitungsherausgeber stirbt auch nicht alle Tage. Die 'Neue Freie Presse' sorgt für Ersatz. Sie läßt die Zurückgebliebenen nicht im Stich. Und es ist wieder ganz so wie vor einem Monat; als ob es sich um nichts geringeres als um die Elegie auf den Tod eines Redakteurs handelte, wird jeder Karfunkelstein, der uns seine Teilnahme am Erdbeben tief erschüttert bekundete am andern Morgen genannt. Der Schwachsinn' der früher nie daran gedacht hätte, aus seinem Privatleben hervorzutreten, hat eine Gelegenheit für die Unsterblichkeit entdeckt, die Banalität wird aus ihrem Versteck gelockt, das Durchschnittsmenschentum im Triumph eingeholt. Eine verzehrende Gier hat sich des Herrn Niemand bemächtigt, genannt zu werden. Tausende umlagern die Redaktion, heben die Hände empor zum Mirakel des lokalen Teils und rufen: Ich auch! Ich auch!

Und es ist reinster Idealismus, der diesem Streben entgegenkommt. Man könnte argwöhnen, die Geologen der 'Neuen Freien Presse' seien Inseratenagenten und jede Null habe sich erst einen Fünfer zulegen müssen, um verewigt zu werden. Ist doch nachträglich eine solche Deutung der Kondolenzen zum Tode des Mitherausgebers in Umlauf gekommen. Nicht dass es wahr ist, aber dass man es dem überlebenden Führer der 'Neuen Freien Presse' zutraut, macht die Version bemerkenswert. Diesmal glaube ich, dass bloß die Firmatafeln, die durch das Erdbeben ins Schwanken kamen, inseriert werden mußten, dass aber ein reines Verständnis für die Bedürfnisse der Zeit die Nennung aller Privatpersonen bewirkt hat, auf die das Erdbeben einen Eindruck machte. Dass man in den Variétés und Kabaretts vor aller Gefahr geschützt war, während in der Privatwohnung der Toilettefrau der »Fledermaus« die Uhr stehen blieb, ist gewiß bemerkenswert. Sonst aber wurde in durchaus selbstloser Absicht jedes Nachtkastei, das gewackelt hat, registriert. Ob es von der Wiener Werkstätte erzeugt, also ohnedies etwas unsicher war, oder nicht: der Einsender legt Wert darauf, dass man in der Öffentlichkeit erfahre, er habe ein Nachtkastei. Es kann auch ein Automobil sein. Denn fürwahr, warum wäre uns sonst gemeldet worden, dass der Chauffeur des Herrn Viktor Leon — der allerdings der Verfasser der »Lustigen Witwe« ist — etwas gespürt hat?

Wie soll das werden! Was wird geschehen, wenn eines Tages die Stöße so rasch aufeinanderfolgen, dass die Presse nicht mehr nachkommen kann? Es war eine fürchterliche Probe. Indeß, die Journalisten lassen sich in ihrer irdischen Sicherheit nicht bange machen. Sie werden ein bischen von den Sesseln gehoben, aber sonst fürchten sie nicht den Tod, hoffen auf Kondolenzen und denken nicht an Prügel, zu denen sich doch einmal ein paar handfeste Kulturfreunde aufraffen könnten. Darum habe ich eine andere Methode versucht. Auch eine, deren Möglichkeit ich schon einmal angedeutet habe. Dass die Zuschriften, die die 'Neue Freie Presse' bei irgendeinem Elementarereignis aus der Leopoldstadt empfängt, von mir verfaßt sein könnten, gab ich ihr zu bedenken. Ich habe sie ausdrücklich gewarnt. Aber der liebe Leichtsinn will nicht hören, sitzt gemütlich beim Erdbeben, verzeichnet einlaufende Briefe und glaubt, dass das so schön glatt weiter gehen wird. Da nahm auch ich Papier und Tinte, und schrieb den folgenden Brief an die 'Neue Freie Presse':

»Ich las gerade Ihr hochgeschätztes Blatt, als ich ein Zittern in der Hand verspürte. Da mir diese Erscheinung von meinem langjährigen Aufenthalt in Bolivia, dem bekannten Erdbebenherd, nur zu vertraut war, eilte ich sogleich zu der Bussole, die ich seit jenen Tagen in meinem Hause habe. Meine Ahnung bestätigte sich, aber in einer Weise, die von meinen Beobachtungen seismischer Tatsachen in Bolivia durchaus abwich. Während ich nämlich sonst ein Abschwenken der Nadel nach Westsüdwest wahrnehmen konnte, war diesmal in unzweideutiger Weise eine Tendenz nach Südsüdost feststellbar. Allem Anscheine nach handelt es sich hier um ein sogenanntes tellurisches Erdbeben (im engeren Sinne), das von den kosmischen Erdbeben (im weiteren. Sinne) wesentlich verschieden ist. Die Verschiedenheit äußert sich schon in der Variabilität der Eindrucksdichtigkeit. Bei dieser Art von Erdbeben kommt es vor, dass jemand, der im Nebenzimmer sich aufhält, nichts von all dem merkt, was sich uns unverkennbar offenbart. Meine Kinder, die um jene Zeit noch nicht eingeschlafen waren, hatten nicht das geringste gemerkt, während wieder meine Frau behauptet, drei Stöße gespürt zu haben. Hochachtungsvoll Zivilingenieur J. Berdach, Wien, II. Glockengasse 17.«

Ein Freund, der dabei saß und dem ich die Mitteilung, dass in Bolivia bestimmt nie ein Erdbeben stattgefunden hat, verdanke, meinte, das werde nicht erscheinen. Ich sagte: Das wird erscheinen! Die 'Neue Freie Presse' wird darüber erfreut sein, unter so vielen Laien endlich einen Fachmann zu Wort kommen zu lassen, der die Bussole bei der Hand hat, von einer Variabilität der Eindrucksdichtigkeit spricht und vor allem über die Einteilung in tellurische und kosmische Erdbeben Bescheid weiß. Mein Freund sagte: Aber das »Zittern der Hand« wird den Einsender verraten! Nein, sagte ich; wenn das Zittern der Hand der Redaktion auch als Begleiterscheinung eines Erdbebens verdächtig vorkommen sollte, so wird es ihr den Respekt des Lesers, der die 'Neue Freie Presse' zur Hand nimmt, bedeuten. In keinem Fall die Erbitterung des Lesers. Mein Freund sagte: Sie überschätzen die Dummheit der Leute. Ich sagte: Nein. Aber selbst wenn ich sie überschätze, die Zuschrift ist aus der Glockengasse, und darüber kommt kein Mann der 'Neuen Freien Presse' hinweg ... Und die Zuschrift erschien. »Herr Zivilingenieur J. Berdach schreibt uns aus der Glockengasse.« Am 22. Februar 1908 ... Ich hatte die 'Neue Freie Presse' ausdrücklich gewarnt. Meine Schuld ist es nicht, dass sie jetzt eine Zuschrift von mir abgedruckt hat. Aber wenn das Unglück auch geschehen ist, so kann man ihr doch nicht vorwerfen, dass sie den Brief gedankenlos zum Druck befördert hat. Sie hat ihn sogar redigiert. Sie hat aus den Stößen, die meine Frau gespürt hat, »Erschütterungen« gemacht, weil man eben in so ernster Sache jede Zweideutigkeit vermeiden muß. Sie hat die »kosmischen Erdbeben«, die ihr als eine widerspruchsvolle Bezeichnung erschienen, in »kosmische Beben« verändert. Sie schweigt mich seit zehn Jahren tot; sie ignoriert mich als Satiriker und läßt mich nur als Geologen gelten ... Aber die Freude an einem fachmännischen Gutachten sollte nicht ungetrübt bleiben. Ich selbst plante, sie ihr zu trüben. Früher schon hatte einer ihrer Beobachter die Oberleitungsdrähte der Straßenbahn beim Erdbeben schwingen gesehen, und sogleich meldete sich ein feierlicher Namensvetter, der entrüstet erklärte, die Beobachtung stamme nicht von ihm. So, gerade so wollte ich's auch machen. Ich gedachte einen andern Berdach erklären zu lassen, er danke seinem Schöpfer, dass er nicht sei wie dieser. Ich kam nicht dazu; aber wer beschreibt meine Überraschung, als ich zwei Tage später trotzdem die Verwahrung eines Berdaeh las? Auch den gibt's natürlich nicht. Wohl aber scheint es außer mir schon Leser zu geben, die allmählich darauf kommen, was man alles mit der 'Neuen Freien Presse' machen kann. Noch sind freilich der Gläubigen mehr, deren Hand respektvoll zittert, wenn sie das Blatt ergreift.

Und es wird weiter beobachtet. Man muß nachtragen, dass ein Herr versichert, die Scherben einer zerbrochenen Vase seien »gegen Süden geflogen« und das verschüttete Wasser habe »eine Strichspur Nordsüd gezeigt«. Dass bei einer Pokerpartie die Karten nach allen Richtungen geflogen seien. Und dass ein Papagei unruhig wurde. Und dass in einer Kegelbahn ein Rollen vernehmbar war. Ich auch! Ich auch! Wer in diesem Sommer nicht geimpft wurde, darf jetzt wenigstens einen Stoß verspüren. Und wenn die Redaktionstelephone besetzt sind, teilen sie sich's untereinander mit. Die Wiener begrüßen den Weltuntergang mit einem Halloh! Halloh! »Durch das Erdbeben entstand ein Ansturm der Telephonabonnenten, die Verbindungen haben wollten, um das Elementarereignis anderen mitzuteilen.« Als der erste Ruck kam, trübte kein metaphysischer Gedanke die Reinheit ihres Vorstellungslebens. Ein Volk von Tarockspielern blickte nicht auf, als das Schicksal Ultimo ansagen wollte. Bloß das Mitteilungsbedürfnis, das schon in erdbebenfreien Tagen häuserhoch aufklatscht, wuchs ins Gigantische. Nur nicht hinwerden, ohne dass der andere es erfährt! Da habts mein letztes Kranl, aber in der Zeitung muß es stehen! Nein, das war doch kein tellurisches, das war ein kosmisches Erdbeben. Das war die Dummheit! Und es war eine Probe, wie sich der Wiener beim Weltuntergang, der in diesem Jahr bestimmt stattfindet, benehmen wird. Das kann schön werden! Wir werden uns wieder einmal so benehmen, dass wir uns vor dem Ausland schämen müssen. Eine Schlamperei wird herrschen, die ohne Beispiel sein dürfte. Die Flüsse werden zu spät stehen bleiben und die Erde wird sich unpünktlich öffnen. Und alle werden auf einmal dabei sein wollen. Wenn die Redaktionen nicht jetzt schon die Präsenzlisten setzen lassen, werden sie den Einlauf nicht bewältigen können. Dazu werden Ausrufe hörbar werden, die einem die Freude am Untergehen verderben könnten. Der Krach, der is zwida!, wird es etwa heißen. Und einer ruft: Da bleib i nöt, da geh i ham ... Kein Entrinnen! Ein Komet taucht auf, zieht zuerst vor der 'Neuen Freien Presse' den Schweif ein, verrichtet aber dann sein Werk, Die Sternenbanerstierer gehen um. Wiener Pülcher, Wiener Würsteln, Wiener Madeln, alles liegt durcheinander. Die wachsende Kohlennot erscheint, noch einmal zieht der Dr. Koritschoner mit G'spiel und Musi vorüber. Und das Verhängnis kommt mit dem großen Reibsackl... Alles tot. Nur der letzte Mensch, ein Lokalredakteur, ruft mit gellender Stimme in das Chaos: Man bemerkte u. a. Angelo Ei — — Weiter kam er nicht.

Karl Kraus.

 

 

Nr. 245, IX. Jahr

28. Februar 1908.


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