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William Shakespeare  
(1564-1616)


Shakespeare (Shakspere, spr. schehkspihr), William, größter engl. Dramatiker, geb. 23.(?) April 1564 zu Stratford am Avon, vermählte sich dort 1582 mit der acht Jahre ältern Anna Hathaway, wirkte später als Schauspieler in London am Blackfriars- und seit 1599 am Globetheater, dessen Mitbesitzer er wurde, erwarb großes Vermögen und zog sich um 1611 nach Stratford zurück, gest. das. 23. April 1616; in der dortigen Kirche begraben, Denkmal in der Westminsterabtei in London. Größter Repräsentant des modernen Dramas, von unerschöpflichem, durch keine Fessel der Form gebundenem Reichtum in der anschaulichen Wiedergabe des gesamten menschlichen Lebens, unübertrefflicher Meister in der Darstellung energischer Leidenschaften und in der lebenswahren Hinstellung menschlicher Charaktere in ihrer größten Mannigfaltigkeit. Hervorzuheben unter den 37 Stücken Shakespeares die großen Tragödien (Tragedies): »Romeo und Julia«, »Hamlet«, »Othello«, »Julius Cäsar«, »König Lear«, »Macbeth«; die Reihe der engl. Königsdramen (Histories, darunter bes. »Richard III.«, »König Heinrich IV.«); die Lustspiele etc. (Comedies): »Zähmung der Widerspenstigen«, »Kaufmann von Venedig«, »Sommernachtstraum«, »Viel Lärm um Nichts«, »Die lustigen Weiber von Windsor«, »Was Ihr wollt« u.a. Auch Sonette (deutsch von Bodenstedt, Gildemeister) und erzählende Gedichte (»Venus und Adonis«, 1593; »Lucretia«, 1594). Erste Gesamtausg. 1623 (Folio). Neuere kritische Ausg. unter andern von Knight, Halliwell, Collier, Hazlitt, Dyce, Dowden (1899) u.a., in Deutschland von Delius (5. Aufl. 1882), Wagner und Pröschold (1880-91). Übersetzungen ins Deutsche von Wieland (1762-66), Eschenburg (neue Ausg. 1798-1805), Schlegel und Tieck (1797-1834; Ausg. von Brandl, 10 Bde., 1898; von Conrad, 1905), Bodenstedt u.a. (5. Aufl. 1890), Dingelstedt u.a. (1867-71). Wichtigste Erläuterungsschriften von Ulrici (3. Aufl. 1868), Gervinus (4. Aufl. 1872), Kreyssig (3. Aufl. 1876), Rümelin (2. Aufl. 1873), Friesen (1874-76), Bulthaupt (8. Aufl. 1903), Fr. Vischer (1899 fg.). Biogr. von Halliwell (2. Aufl. 1882), ten Brink (1893), Brandl (1894), G. Brandes (1896), S. Lee (Lond. 1898; deutsch 1900), Mabie (Lond. 1900), Kellner (1900), Genee (1905) u.a. »Shakespeare-Jahrbuch«, hg. von der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft (1864 gegründet). – Seit Mitte des 19. Jahrh. wird von einigen Forschern die wahre Verfasserschaft der Dramen Shakespeares wegen der in ihnen gezeigten ausgebreiteten Gelehrsamkeit dem Philosophen Francis Bacon (s.d.) zugeschrieben, der sie Shakespeare nur zur Aufführung überlassen habe (Shakespeare-Bacon-Frage). Hierfür treten ein die Schriften von Holmes (Neuyork 1866), Morgan (1881; deutsch 1885), Donnelly (Lond. 1888), Graf Vitzthum von Eckstädt (1888), Bormann (1894, 1895, 1897, 1906), dagegen sind die von Schipper (1889 u. 1895), Wülker (1889 u. 1894), K. Fischer (1895).


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(Aus: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, 1906)


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Seite zuletzt aktualisiert: 08.10.2007