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Rationalismus, Dualismus


Descartes ist der Begründer der rationalistischen Richtung der neueren Philosophie und des neueren Dualismus. Im Gegensatz zu F. Bacon u. a. betont er nicht die induktive, sondern die deduktive Methode und stützt er die Erkenntnis nicht auf sinnliche Wahrnehmung, sondern auf die Gewißheit klarer und deutlicher Vernunfteinsichten und Anschauungen, wobei ihm die Mathematik mit ihrer Evidenz zum Vorbild dient. Anstatt Autoritäten zu folgen und begrifflichen, nichtssagenden Spielereien sich hinzugeben, will Descartes selbständig denken, nichts auf Treu und Glauben hinnehmen, ohne Voraussetzungen philosophieren, nur der Stimme der Vernunft gehorchen, nur dem logisch Festgestellten, aus unumstößlichen Tatsachen Deduzierten trauen. Ohne eine einheitliche, zuverlässige Methode kann kein sicheres Wissen zustande kommen. Die Methode besteht formal in der Ordnung und Disposition des Wissensstoffes. Stufenweise ist vom Einfacheren zum Zusammengesetzten fortzuschreiten. Vier Grundregeln haben sich bewährt, welche viel wichtiger sind als die Sätze der formalistischen Logik, 1. Nichts für wahr zu halten, was nicht sicher und mit Evidenz als wahr erscheint, was nicht so klar und deutlich ist, daß es auf keine Weise zu bezweifeln ist. 2. Jede Schwierigkeit in Teile zu zerlegen, um ihrer besser Herr zu werden. 3. Nach einer bestimmten Ordnung vom Einfachsten und Leichtesten zum Schwierigeren und Zusammengesetzteren sich zu erheben. 4. Sich der Vollständigkeit der Untersuchung zu vergewissern (De la méthode II). Das Muster aller Demonstration ist die Mathematik. Die größere Sicherheit der Arithmetik und Geometrie beruht darauf, »daß sie gar nichts voraussetzen, was die Erfahrung unsicher zu machen imstande wäre, sondern gänzlich in verstandesmäßig abzuleitenden Folgerungen bestehen« (Regeln zur Leitung d. Geistes, II). Nur was wir durch »klare und evidente Intuition oder durch sichere Deduktion« feststellen können, dürfen wir untersuchen (l. c. III). Die Fähigkeit, die Wahrheit zu erfassen, eignet nur dem Verstande (Denken), doch muß er von den Sinnen, dem Gedächtnis und der Einbildungskraft unterstützt werden (l. c. XII). In uns ist ein »natürliches Licht« (lumen naturale), eine angeborene Fähigkeit des Geistes, das Sichere und Wahre als das Denknotwendige und Evidente zu erfassen, auch unabhängig von der Erfahrung (also a priori). Diesem Lichte der Vernunft, welches uns durch die Existenz Gottes verbürgt, müssen wir vertrauen, es ist uns von Gott selbst gegeben.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 10.12.2006