Programm der Urania


»Um ein Beispiel zu haben, was die Wiener Urania zur Darstellung bringt«, sagte Herr Pötzl, »braucht man nur einen Blick auf ihr Repertoire vom 2. bis 9. Jänner dieses Jahres zu werfen. Man findet da: Das Meer und sein Leben. — Schillings: Tierleben der ostafrikanischen Wildnis. — London, Glanz und Schmutz der Millionenstadt. — Ein Ausflug in außerirdische Welten. — Richard Wagner. — Das alte Athen. — Eine Stunde in Pompeji. — Der Halleysche Komet. — Japan, das Land der aufgehenden Sonne. — Aus Grados Fischer- und Badeleben. — Die Ungeheuer der Vorwelt. — Lebensbilder aus dem Aquarium und Terrarium. — Durch die nubische Wüste. — Momentbilder aus Sizilien. — Wien und die Wiener.« Ja, das Programm der Urania ist bunt; aber was zusammengehört, sollte auch beisammen stehen, damit man einen leichteren Überblick bekomme. Mir scheint der Teil, der den prähistorischen Anschauungsunterricht bietet, am dankenswertesten. Wie ich Herrn Pötzl kenne, ist auch er besonders für die Ungeheuer der Vorwelt eingenommen. Er ist ja ein enragierter Lokalpatriot. Daneben freilich hält er es mit den Kleinigkeiten der Nachwelt. Er wünscht zum Beispiel, dass sich die neue Wiener Urania gleich der Berliner Kollegin mit »Wildenbruchs herrlichem Prolog« eröffnen lasse. Das bringt mich sogar auf die Vermutung, dass er wirklich der Überzeugung ist, seinem Buraunachbarn Kalbeck winke die Unsterblichkeit.

 

 

Nr. 294/295, XI. Jahr

31. Januar 1910.


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