Wirklichkeit

Wirklichkeit (actualitas, realitas) bedeutet 1) gegenüber der bloßen Möglichkeit (s. d.): die Aktualität, das gegenwärtige Sein, Wirken, Ausgewirkte, Verwirklichte. 2) im Gegensatz zum Schein (s. d.), zum Eingebildeten, bloß Vorgestellten, Bildlichen, Vermeinten: den Charakter des mit Recht als seiend, wesenhaft, dinglich, eigenschaftlich, zuständlich Beurteilten, bezw. den Inbegriff des wahrhaft Seienden selbst. Ursprünglich gilt alles (implizite) als wirklich, der Begriff der Wirklichkeit wird aber erst gebildet durch die Gegenüberstellung des wahrhaft und des vermeintlich, scheinbar Seienden. »Wirklich« ist alles Wirkungsfähige, den Inhalt einer (möglichen) Erfahrung bildende oder als seiend denkend Gesetzte. Indem man erkennt, daß die Objekte (s. d.) in ihrer Beschaffenheit subjektiv bedingt sind, verwandelt sich deren Wirklichkeit in eine bloß mittelbare, relative, während das Ich (s. d.) als solches unmittelbare Wirklichkeit behält und eine absolute Wirklichkeit den »transzendenten Faktoren« (s. d.) zugeschrieben wird. Von der subjektiven Wirklichkeit der individuellen Erlebnisse unterscheiden sich die gesetzmäßigen Zusammenhänge möglicher (äußerer) Erfahrungsinhalte durch ihre objektive (s. d.) Wirklichkeit (s. Realität).



Begriff und Definition der Wirklichkeit:


Aristoteles, Kant, Hegel, Fichte
Lotze, Hartmann, Planck

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Seite zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 
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