Undurchdringlichkeit

Undurchdringlichkeit (Impenetrabilität) ist eine allgemeine Eigenschaft der Materie, besteht in der Widerstandskraft (s. d.) des Körpers, welche es verhindert, daß ein anderer zu gleicher Zeit den Raum desselben einzunehmen vermag. Das Gegenteil ist Durchdringung durch eine Kraft, durch ein Geistiges. So durchdringt nach DIOGENES VON APOLLONIA die Weltseele (s. d.) das All (Simplic. in Arist. Phys. f. 33 a). Nach der Lehre der Stoiker besteht infolge der Allgegenwart des göttlichen »Pneuma« (s. d.) eine krasis di holôn (vgl. L. Stein, Psychol. d. Stoa I, 35). - Eine Durchdringung der Massen lehrt H. MORE. KANT bestimmt: »Eine Materie durchdringt in ihrer Bewegung eine andere, wenn sie durch zusammendrücken den Raum ihrer Ausdehnung völlig aufhebt« (WW. IV, 391). - Nach der Ansicht des Spiritismus (a d.) vermögen die Geister (spirits) die Körper zu durchdringen.

Betreffs der Undurchdringlichkeit bemerkt KANT: »Alle Materie widersteht in dem Raume ihrer Gegenwart und heißt darum undurchdringlich. Daß dieses geschehe, lehrt die Erfahrung, und die Abstraktion von dieser Erfahrung bringt in uns auch den allgemeinen Begriff der Materie hervor« (Träume eines Geisterseh. I. T., 1. Hptst., S. 61). HERBART erklärt: »Undurchdringlich ist jede Materie nur für diejenigen Wesen, welche das in ihr vorhandene Gleichgewicht der Attraktion und Repulsion nicht abzuändern vermögen. Durchdringlich ist eine jede für ihre Auflösungsmittel« (Lehrb. zur Psychol.3, S. 111). Nach E. V. HARTMANN ist die Undurchdringlichkeit »nicht ein passiver Widerstand des toten Stoffes, sondern ein aktiver Widerstand abstoßender Kräfte« (Grundprobl. d. Erk. S. 18). Nach UPHUES ist sie »die Eigentümlichkeit eines Etwas, daß von ihm ein Raum eingenommen wird, der nicht zugleich mit ihm von einem andern durch diese Eigentümlichkeit charakterisierten etwas eingenommen werden kann« (Psychol. d. Erk. I, 84). Vgl. Widerstand.


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