Perzeption

Perzeption (perceptio): Erfassung eines Inhalts durch das Bewußtsein, Wahrnehmung, Vorstellung. Vgl. Wahrnehmung. - LOCKE erklärt: »Perzeption in the first operation of all our intellectual faculties and the inlet of all knowledge into our mind« (Ess. II, ch. 15). LEIBNIZ begründet die Unterscheidung der »perception« von der »apperception« (s. d.). Die Perzeption ist »l'expression de la multitude dans l'unité« (Gerh. III, 69), »l'état passager qui enveloppe et représente une multitude dans l'unité ou dans la substance simple« (l. c. VI, 608). Sie ist einfach »l'état intérieur de la monade«, während die Apperzeption »la connaissance reflexive de cet état intérieur« ist (l. c. p. 600). Die »petites perceptions« (s. Unbewußt) sind die Elemente der bewußten Vorstellungen. HUME versteht unter »perceptions« Bewußtseinsinhalte überhaupt (Treat. I, sct. 1). REID begründet die Unterscheidung von »perception« und »sensation« (s. Wahrnehmung). So auch HAMILTON u. a. - Nach MICHELET ist Perzeption die Anschauung als die Tätigkeit, einen bestimmten Inhalt des Bewußtseins in mein Selbstbewußtsein zu setzen und mir anzueignen (Anthropol. S. 270). Anschauung ist Einheit von Bewußtsein und Selbstbewußtsein (ib.). CHR. KRAUSE übersetzt »Perceptio« mit »Erfaßnis« (Vorles. üb. d. Syst. S. 309). Nach LAZARUS ist die reine Perzeption eine bloße Abstraktion. jede wirkliche Perzeption ist zugleich Apperzeption (Leb. d. Seele II2, 42). Apperzeption ist »die Reaktion der vom Inhalt bereits erfüllten, durch die früheren Prozesse seiner Erzeugung ausgebildeten Seele« (l. c. II2, 42). WUNDT unterscheidet von der Perzeption die Apperzeption (s. d). Vgl. Wahrnehmung, Perzept.


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