Roland Dorgèles, ›Die hölzernen Kreuze‹


Weil wir grade bei den Kriegsbüchern sind: die deutsche Ausgabe der ›Croix de Bois‹ von Roland Dorgèles liegt im Montana-Verlag (Horw-Luzern) vor. ›Die hölzernen Kreuze‹. Die sehr schwierige Übertragungsaufgabe ist nicht schlecht gelöst. Der Ordnung halber und nur als kleine Anmerkung: »Mon lieutenant« heißt wirklich nicht »Mein Leutnant«. Denn ›mon‹ ist hier kein besitzanzeigendes Fürwort, sonder eine alte Abkürzung von ›monsieur‹. Es heißt also ›Herr Leutnant‹. Das Buch gehört zu den besten Kriegsbüchern, die erschienen sind, obgleich es die pazifistischen Forderungen nicht erfüllt. Karl Bröger, der im Jahre 1914 entdeckte, dass der deutsche Arbeiter nichts Besseres zu tun hätte, als die kapitalistischen Schützengräben für eine Sache zu füllen, die ihn einen Schmarrn anging, hat mich gefragt, wie ich denn dieses Buch loben könne – es sei doch nicht streng pazifistisch. Das ist es auch nicht. Aber ich habe kein pazifistisches Parteibuch, wenn es um die Kunst geht – nie ist hier behauptet worden, dass diese Literatur die Kriege abschaffen wird. Ich meine nur, dass das Werk turmhoch über Brögern und wolkenkratzerhoch über den Schmierereien nationalistischer Lümmel steht, die aus dem Kriege eine sehr bekömmliche Konjunktur gemacht haben. Der französische Soldat ist ein verkleideter Zivilist, der deutsche Zivilist ist ein verkleideter Soldat.





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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