Kokoschka vs. Cassirer


Da gab es neulich in der ›Frankfurter Zeitung‹ eine Auseinandersetzung zwischen der Kunsthandlung Paul Cassirer und dem Kunstmaler Kokoschka.

Kunsthändler sind meist keine reine Freude, Aber wie dieser Maler da loslegte, das blamierte doch die ganze Innung. Die Inhaberin der Firma Cassirer, Frau Doktor Ring, hatte klar und einfach dargelegt: wieviel Vorschüsse dieser Maler bezogen habe, dass seine Bilder jetzt nicht mehr so gut gingen wie früher, alles einleuchtende und verständliche Dinge, die der Beteiligte nun bestreiten oder kommentieren konnte ... Er habe sich das Geschäftsdeutsch, schrieb er, erst ins Deutsche übersetzen lassen müssen – eine Korrektur, die bei seinen Büchern bisher leider nicht erfolgt ist. Und schwafelte und jambelte und schrie ... früher hat so etwas eine Samtjacke getragen.

Es ist da während der guten Konjunktur eine Sorte Künstler aufgewachsen, die diskreditieren jeden guten wirtschaftlichen Kampf ihrer Genossen. Größenwahnsinnige Schauspieler, Maler wie der da – lauter Leute, die nicht begreifen können, dass man ihren Kram weit, weit überzahlt hat. Und dass es damit nun aus ist. Wenns weiter nichts wäre! Kokoschka bemüht Frans Hals und Rembrandt und wen weiß ich noch. Er tröste sich – so viel ist er nicht wert. Im übrigen mache er gescheite Verträge, und wenn er das nicht kann, nehme er sich einen Rechtsanwalt. Mit Kunstpflege hat dieses Geschwafel nichts zu tun. Cassirer war tausendfach im Recht.

 





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Seite zuletzt aktualisiert: 16.05.2010 
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