a) Spanische Fliegen. Cantharides

a) Die spanischen Fliegen (Cantharides). Ihr Stich erregt noch schlimmere Zufälle, als der Stich von Bienen. Umschläge von Wasser und Essig, Einreibungen von Kampferspiritus sind, nachdem der Stachel vorsichtig herausgezogen, besonders nützlich. Gegen innerlich verschluckte spanische Fliegen oder deren Zubereitungen (Tinktur, Pulver, Pflaster), welche die schlimmsten Zufälle: heftige entzündliche Reizung der Harn- und Geschlechtsorgane, Blutabgang mit dem Harn und Stuhlgang, große Angst, Fieber, Raserei, fürchterliche Leibschmerzen, Ohnmachten, ja oft schnellen Tod durch Brand des Schlundes, des Magens erregen, dienen folgende

Hilfsmittel: schnelle Entfernung des Giftes mittelst der Magenpumpe; wo sie mangelt, mittelst eines Brechmittels aus reiner Ipecacuanha. Durch reichliches Trinken von lauwarmem Wasser muss das Erbrechen unterstützt werden. Hinterher lasse man viel süße Milch, Haferschleim trinken, setze auch Lavements davon. Alle öligen Mittel, durch den Mund oder in Klistieren gereicht, sind streng zu vermeiden, weil sie, indem sich der wirksame Stoff der spanischen Fliegen (Kantharidin) darin auflöst, den Zustand verschlimmern. Ist das Gift hinreichend entfernt und eingehüllt, so passt am besten gegen die Harnbeschwerden eine Emulsion mit Kampfer, welche der Arzt zu verordnen hat. — Der Maiwurm (Meloe proscarabaeus) wirkt den Kanthariden ähnlich, jedoch schwächer. Die Behandlung der Vergiftung ist dieselbe, wie bei spanischen Fliegen.


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