Henry Poulaille, Ames neuves.
Paris: Bernard Grasset 1925. 256 S.


»Ames neuves« sind eine Sammlung von Kindergeschichten. Man weiß, ein wie harter Prüfstein für das Können und für die Lauterkeit eines Autors solche Erzählungen sind. Poulaille hat sich an ihnen bewährt. Was er auf diesen Seiten darstellt, ist immer wieder: das Erwachen der Kinder zum Bewußtsein der Armut und ihre Art, mit dem Elend sich abzufinden. Erfahrung und Beobachtung haben diese Erzählungen vor allen Chimären der »Kinderpsychologie« bewahrt. Dieselbe schöne Einfachkeit und der gleiche Ernst wie sie in seinem Roman sich bekunden, bestimmen den Tonfall dieser kurzen Geschichten. Es ist nichts von dem »Humor« darinnen, der gerade den trostlosesten Philistern obligat scheint, so bald sie über Kinder oder gar mit Kindern reden sollen. Desto schärfer sind auch hier die Demarkationslinien der Klassen gezogen.


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