G. Fessard, La main tendue? Le dialogue catholique-communiste est-il-possible? Paris: Editions Bernard Grasset 1937. 248 S.


Der Jesuitenpater Fessard hat letzthin eine Schrift »Le dialogue catholique-communiste est-il possible?« veröffentlicht. F[essard] modelliert seine Haltung an der des Intellektuellen, und man kann sagen, daß er von Hause aus dem Faschismus mit einiger Animosität gegenübersteht. Wie weit die Mittel, die er zur Begründung der »existenziellen Entscheidung« in politicis aufbietet, ernstlich für ihn gutsagen können, darüber zu reden erübrigt sich. Ein Vortrag, der die Position seines Buches zu befestigen hatte, entwickelt Folgendes: Die Gewalt stellt die niederste Stufe der sozialen Relationen dar, die Rechtsordnung die Antithesis der Gewalt und die höhere Stufe; die Eucharistie die Synthesis spontaner Gewalt und durchdachter Ordnung. Es ist demnach die Gewalt der Liebe, die das Ideal der menschlichen Gesellschaft verwirklicht. (Das muß ihm die Erotologie illustrieren: Thesis – geschlechtlicher Besitz; Antithesis – Ehe; Synthesis – Liebe.) Der Christ müsse sich überall versagen, wo nicht diese eucharistische Ordnung der menschlichen Verhältnisse ins Werk gesetzt werde. Sein »double refus« gelte beiden Lagern. – Die Antinomie zwischen materialistischer und idealistischer Dialektik wird synthetisch durch die materialistisch-spiritualistische Konzeption der Fleischwerdung Christi überwunden. Dem entspricht es, daß das Problem der Familie seine Lösung bei Gelegenheit der Auferstehung erfahren soll.


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