Alfred Mansfeld, Westafrika.
Aus Urwald und Steppe zwischen Crossfluß und Benue. Geologischer Teil, [bearb.] von H(ans) Reck. München: Georg Müller 1928. VIII, 76 S., 144 Abb.


Zu anschaulichen Tafeln bietet das Buch einen soliden Text: zweihundert­fünfzig Seiten photographisches und literarisches Tatsachenmaterial. Es fehlen auch nicht Reflexionen teils sympathischer, teils fragwürdiger Art. Trotzdem und trotz mancher lehrreicher Anekdoten, bezeichnender Einzelheiten hat das Ganze die Dürre einer Denkschrift. Das Buch stammt von einem hohen Beamten der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun: vielleicht ist es darum. Bestimmt wäre das Werk erfreulicher ausgefallen, wenn der Verfasser sich Referate über Literatur, Kunst, Religion der Neger geschenkt hätte, um desto genauer auf das Wirtschaftliche und Administrative einzugehen. Denn was er über die Kultur der Eingeborenen zu sagen weiß, beschränkt sich auf mehr oder weniger zusammenhanglose Einzelheiten und ist von den großen Gedanken der neueren Ethnologie völlig unberührt. Wer sich für Kamerun interessiert oder wer sein afrikanisches Bilderarchiv vervollständigen will, wird sich das Buch unbedingt anschaffen müssen. Einen weiteren Leserkreis geht es wenig an.


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Seite zuletzt aktualisiert: 01.04.2011 
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