Kausalität - Schleiermacher, Ritter, Simmel


Ähnlich lehrt FROHSCHAMMER (Monad. u. Weltphant. S. 65). Nach BENEKE wird das »Ineinander« seelischer Vorgänge, auf Veranlassung des Zugleich und Nacheinander der Wahrnehmungen, von uns der Außenwelt erst untergelegt (Log. I, 307). Ähnlich SCHLEIERMACHER, H. RITTER (Syst. d. Log. II, 209), WAITZ (Lehrb. d. Psychol. S. 563 ff., 573), SCHOPENHAUER, L. NOIRÉ (Monist. Gedanke S. 333; Doppelnat. d. Kausal. S.30), A. RIEHL (Phil. Krit. II, 1, 209), MANSEL, ROMANES (»All causation is volitional«), LADD (Psychol. S. 215, 472 f.), SULLY (Handb. d. Psychol. S. 294 f.), H. CORNELIUS (Einl. in d. Philos. S. 22), SIGWART (Log. II2, 143 ff., 571), WUNDT (Phil. Stud. X, 109 f.), ERHARDT (Wechselwirk. S. 162), DILTHEY (Einl. in d. Geisteswiss. I, S. XVIII), J. WOLFF (Das Bewußts. u. s. Objekt S. 593 f.), J. DUBOC, der die Kausalität aus der Auffassung der eigenen Lebenstätigkeit ableitet (Die Lust. S. 44 f.). Nach HAMERLING ist unser Willensimpuls »eine unmittelbar gewisse Ursache« (Atom. d. Will. II, 34). Die einzige wahrhaft schöpferische Kausalität ist die des Willens (l.c. S. 42). Es gibt nur Ursachen des Geschehens, nicht des Seins (l.c. S. 44). »Alle Wirkung von Monaden aufeinander beruht... darauf, daß eine Monade der andern ihren Zustand mitteilt«, auf einer »Verschmelzung« (l.c. S. 8, 14) Kausalität ist »der Zusammenhang von allem mit allem« (l.c. S. 4.7). Nach L. BUSSE ist die psychische Kausalität »das Vorbild aller Kausalität« (Geist u. Körp. S. 191). STRICKER erklärt, »daß wir den Typus zu unserer Ursachenvorstellung in unserem Willen finden; daß die in der Außenwelt gesuchten Ursachen nur daraus hervorgehen, daß unsere eigenen Muskeln nicht immer unserem Willen, sondern einer äußeren Anregung (zwingend) folgen; daß wir demgemäß auch in der Außenwelt einen Willen suchen« (Stud. üb. Assoc. S. 26 f.). Auch JODL sieht im Ich das Musterbild aller Kausalität. A. KÜHTMANN bemerkt: »In unserem eigenen Wollen ist uns das Urbild der Kraft und damit eine immanente Kausalität gegeben. Das Selbstbewußtsein ist das Bewußtsein eines Wirkens, und eine Veränderungen bewirkende Willenshandlung ist das Prototyp des Kausalverhältnisses« (Maine de Biran S. 15, 176, 181). Nach GROOS hat das Kausalbedürfnis eine »motorische und eine theoretische Form«. Die ursprünglichste Vorstellung vom Kausalzusammenhang ist der Willenshandlung entnommen (Spiele d. Mensch. S. 497). GROOS spricht von der »Freude am Ursache-sein« als einem Faktor im spielerischen und ästhetischen Wirken (ib.). Nach JERUSALEM sind unsere Willensimpulse »die einzige Ursache, die wir direct erleben«, sie sind »das Organ für die Erkenntnis kausaler Zusammenhänge« (Urteilsfunct. S. 220 ff.). Im Urteile (s. d.) übertragen wir, vermöge einer »fundamentalen Apperception« (s. d.), die eigene Ursächlichkeit auf die Dinge (l.c. S. 253 f., Lehrb. d. Psychol.3, S. 141 ff.). Der Kausalbegriff ist eine »objektiv mitbedingte« Form unserer Auffassung der Welt (Urteilsfunct. S. 254). SIMMEL meint, daß wir uns in den Kategorien der Kausalität und Kraft nach den Gefühlserfolgen unserer Innerlichkeit orientieren; »die Gefühle der physisch-psychischen Spannung, des Impulses, der Willenshandlung projicieren wir in die Dinge hinein« (Philos. d. Geld. S. 507). Es gibt keine in sich zusammenhängende Kausalität des Psychischen, denn dieses »bildet eben nur einen sehr variablen Ausschnitt aus denn Gesamtsystem des Menschen, und deshalb ist der einzelne psychische Akt nicht aus den vorangehenden psychischen Akten allein zu verstehen, da diese erst im Zusammentreffen mit anderen, außerpsychischen Vorgängen die zureichende Ursache jedes bildeten« (Einl. in d. Moralwiss. II, 297). Nach KREIBIG gibt es eine geschlossene psychische Kausalität (Die Aufmerks. S. 51).


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