Symbol

Symbol (symbolon): Zeichen (s. d.), Sinnbild, sinnvolles Bild, alles, was stellvertretend für einen Inhalt steht, der es nicht ist, sondern den es (im Bilde) repräsentiert, bedeutet. Symbolisch: durch ein Symbol z.B. symbolische Erkenntnis (s. d.) Symbolik: Gebrauch, Kunst der Symbole. Symbolismus: hohe Wertung des Symbolischen, besonders als Richtung des künstlerischen Stiles. Zu unterscheiden sind sprachliche (Wörter), mathematische, logische (Begriffe), ästhetische, religiöse, soziale Symbole.

KANT versteht unter »Symbolisierung des (übersinnlichen) Begriffs« die indirekte Beziehung eines Begriffes (in seinen Folgen) auf die ihm korrespondierende Anschauung. »Das Symbol einer Idee (oder eines Vernunftbegriffes) ist eine Vorstellung des Gegenstandes nach der Analogie« (Üb. d. Fortschr. d. Met. S. 120 f.. vgl. Krit. d. Urt. § 59). - Nach HEGEL ist Symbol »eine für die Anschauung unmittelbar vorhandene oder gegebene äußerliche Existenz, welche jedoch nicht so, wie sie unmittelbar vorliegt, ihrer selbst wegen genommen, sondern in einem weitern und allgemeineren Sinne verstanden werden soll« (Ästhet. I, 392). Die psychische Symbolik, symbolische Selbsttätigkeit der Seele erörtert HILLEBRAND (Philos. d. Geist. I, 235 ff.). SCHLEIERMACHER bestimmt: »Symbol ist jedes Ineinander von Vernunft und Natur, sofern darin ein Gehandelthaben auf die Natur... gesetzt ist.« Im Erkennen findet eine symbolisierende Tätigkeit der Vernunft statt. Die Natur ist Symbol als ruhend mit und in der Vernunft (Philos. Sittenl. § 129). Nach BACHMANN ist ein Symbol oder Zeichen »etwas Sinnliches, wodurch etwas von demselben Verschiedenes so angedeutet wird, daß der Gedanke auf dieses selbst dadurch geleitet werden kann« (Syst. d. Log. S. 378). - Nach H. SPENCER u. a. sind unsere Begriffe Symbole der Wirklichkeit (First Princ. S. 69. vgl. PAULHAN, Physiol. de l'espr. p. 67 f.). Nach HELMHOLTZ u. a. sind die Empfindungsqualitäten Symbole der objektiven Prozesse (s. Empfindung). H. HERTZ bemerkt über das Verfahren zur Ableitung des Zukünftigen aus dem Vergangenen: »Wir machen uns innere Scheinbilder oder Symbole der äußeren Gegenstände, und zwar machen wir sie von solcher Art, daß die denknotwendigen Folgen der Bilder stets wieder die Bilder seien von den naturnotwendigen Folgen der abgebildeten Gegenstände.« »Die Bilder... sind unsere Vorstellungen von den Dingen. sie haben mit den Dingen die eine wesentliche Übereinstimmung, welche in der Erfüllung der genannten Forderung liegt, aber es ist für ihren Zweck nicht nötig, daß sie irgend eine weitere Übereinstimmung mit den Dingen haben« (Die Prinzip. d. Mechan. 1894, Vorw.. Vorred. u. Einleit. S. 123 ff.). Nach H. CORNELIUS ist Symbol »ein Inhalt, welcher als Zeichen für einen andern Inhalt dient, so daß wir den letzteren durch den erstern für irgend einen Zweck zu ersetzen imstande sind« (Psychol. S. 57. »angezeigte Vorstellungen«). Assoziations- und Relationssymbolik ist zu unterscheiden (l. c. S. 58 ff.). Den symbolischen Charakter unserer Erkenntnis betont H. HÖFFDING. einen »erschöpfenden Wirklichkeitsbegriff« vermögen wir nicht zu bilden (Philos. Probl. S. 62 f.). Nach SABATIER ist alle religiöse Erkenntnis symbolisch (Religionsphilos. S. 307 ff.. vgl. A. DORNER, Gr. d. Rel. S. 318f.). Vgl. VISCHER, Das Symbol, 1887. VOLKELT, Der Symbolbegriff in d. neuesten Ästhet., 1876. H. v. STEIN, Vorles. S. 45. G. FERRERO, Les lois psychol. du symbolisme, 1895. RIBOT, Id. génér., DUGAS, Le Psittacisme. Vgl. Ästhetik, Zeichen, Erkenntnis.


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