Spiritualismus

Spiritualismus (spiritus, Geist) heißt die metaphysische Ansicht, daß die absolute Wirklichkeit Geist, geistig, seelisch sei, aus einer Summe von geistigen Wesen (Monaden, s. d.) bestehe, so daß das Körperliche nur eine Erscheinung des Geistigen, eine Objektivation oder ein Produkt der Seele sei. Der Spiritualismus denkt sich das An-sich (s. d.) der Dinge als ein dem eigenen Ich analoges Innen-, Für-sich-sein. Der spiritualistische Dualismus in der Psychologie betrachtet Leib und Seele als zwei selbständige Substanzen, Wesenheiten, nur daß die Qualität beider nicht heterogen ist. der spiritualistische Monismus faßt die Seele als das An-sich des Leibes (s. Identitätsphilosophie).

Spiritualistische Lehren finden sich bei PLATO, ARISTOTELES, besonders bei PLOTIN und bei Monadologen (s. d.). Einen spiritualistischen Idealismus (s. d.) lehrt BROOKE. Den neueren Spiritualismus begründen und lehren LEIBNIZ, BERKELEY, HERBART, SCHOPENHAUER, LOTZE, J. H. FICHTE, ULRICI, FECHNER, WUNDT, E. v. HARTMANN, J. BERGMANN (Syst. d. objekt. Ideal., 1903), L. BUSSE, BOSTRÖM u. a. Nach FERRIER existieren an sich Geister - zugleich mit ihren Vorstellungsinhalten (Works, 1866). Als eine Manifestation geistiger Wesen fassen die Welt auf FRASER, COLLYNS- SIMONS, J. WARD (Naturalism and Agnostizism, 1899) u. a.. ferner L. FERRI, L. AMBROSI u. a. Spiritualisten sind JOUFFROY, V. COUSIN (Du vrai p. III, 3), BOUTROUX, SECRÉTAN, VACHEROT (Le nouveau spiritualisme, 1881), RAVAISSON (»Spiritualisme positif«), P. JANET (Princ. de Mét. II, 340), LACHELIER, FOUILLÉE, auch RENOUVIER, E. NAVILLE (La défin. de la philos., 1894), E. BOIRAC (L'idée du phen.) u. a. Vgl. Monade, Objekt, Identitätsphilosophie, Panpsychismus, Geist, Seele.


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