Normativ

Normativ: normgebend, auf Normen (s. d.) bezüglich. Normative Wissenschaften (Normwissenschaften) sind Logik, Ethik, Ästhetik, weil sie es nicht bloß mit einem (psychischen) Tatbestande, sondern auch mit (natürlichen, nicht künstlich-willkürlichen) Normen für das Denken, Wollen, Kunstschaffen zu tun haben. - Nach WUNDT haben die Gegenstände der Normwissenschaften den Charakter, »daß bei ihnen gewisse Tatbestände von andern durch das Moment einer besondern Wertschätzung unterschieden werden« (Eth.2, S. 3). Logik und Ethik sind die eigentlichen Normwissenschaften (l.c. S. 6), so aber, daß die Ethik (s. d.) die ursprüngliche Normwissenschaft ist (ib.). Nach SIMMEL ist die normative Wissenschaft »nur Wissenschaft vom Normativen. Sie selbst normiert nichts, sondern sie erklärt nur Normen und ihre Zusammenhänge, denn Wissenschaft fragt stets nur causal, nicht teleologisch« (Einleit. in d. Moralwiss. I, 321). Nach HUSSERL besteht das Wesen der normativen Wissenschaft darin, »daß sie allgemine Sätze begründet, in welche mit Bezug auf ein normierendes Grundmaß - z.B. eine Idee oder einen obersten Zweck - bestimmte Merkmale angegeben sind, deren Besitz die Angemessenheit an das Maß verbürgt oder umgekehrt eine unerläßliche Bedingung für diese Angemessenheit beistellt« (Log. Unt. I, 27). Vgl. Ethik Logik.


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