»Dieses G'fühl – ja da glaubt man, man sinkt in die Erd'!«


(Papiere des Teufels)

 

Man liest was von Nestroy und es kommt einem vor

Wie eine höhere Welt und ein tieferer Humor.

Doch die unsrige Welt liebt ganz andere Stück',

Denn sie schreitet im Fortschritt gewaltig zurück.

So riskiert man, wenn ein Stück von Nestroy ist aus,

Daß sich keine Hand rührt, daß man hört kein' Applaus;

Und die Leut' finden fad, was man selber verehrt ...

Dieses G'fühl – ja da glaubt man, man sinkt in die Erd'!

 

Es war einst ein König, der hatte kein Land

Und außerdem leider noch weniger Verstand.

Paar Trotteln – paar andre – die raten ihm: Flieg z'rück,

Das ist für die Völker das allerhöchste Glück!

Voll froher Erwartung fliegt er hin durch die Luft,

Steigt ab und schon hört er, wie niemand Eljen ruft.

Da möcht' er wieder hinaufflieg'n – doch das ist jetzt erschwert.

Dieses G'fühl – ja da glaubt man, man sinkt in die Erd'.


 © textlog.de 2004 • 19.06.2018 10:52:24 •
Seite zuletzt aktualisiert: 22.09.2007 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright Die Fackel: » 1899-1909 » 1910-1919 » 1920-1929 » 1930-1936