Lieder


1

 

Frisch eilt der helle Strom hinunter.

Drauf ziehn viel bunte Schifflein munter,

Und Strom und Schiff und bunte Scheine,

Sie fragen alle: was ich weine?

Mir ist so wohl, mir ist so weh,

Wie ich den Frühling fahren seh.

 

Viel Lenze sitz ich schon da oben,

Ein Regenbogen steht im Land erhoben

Und durch die Täler, Wiesen, Wogen

Still, wie ein fernes Lied, gezogen,

Schifft immerfort dein himmlisch Bild -

Doch Strom und Schiff nie stille hielt.

 

2

 

Denk ich dein, muß bald verwehen

Alle Trübnis weit und breit

Und die frischen Blicke gehen

Wie in einen Garten weit.

 

Wunderbare Vögel wieder

Weiden dort auf grüner Au,

Einsam Engel, alte Lieder

Ziehen durch den Himmel blau.

 

Wolken, Ströme, Schiffe, alle

Segeln in die Pracht hinein -

Keines kehrt zurück von allen,

Und ich stehe so allein.


 © textlog.de 2004 • 21.10.2019 16:56:34 •
Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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