Der Nachtvogel


Liegt der Tag rings auf der Lauer,

Blickt so schlau auf Lust und Trauer:

Kann ich kaum mich selbst verstehen.

Laß die Lauscher schlafen gehen!

Nur ein Stündchen unbewacht

Laß in der verschwiegnen Nacht

Mich in deine Augen sehen

Wie in stillen Mondenschein.

In dem Park an der Rotunde,

Wenn es dunkelt, harr ich dein.

Still und fromm ja will ich sein.

Liebste, ach nur eine Stunde! -

Sieh mir nicht so böse drein!

Willst du nie dein Schweigen brechen,

Ewig stumm wie Blumen sein:

O so laß mich das Versprechen

Pflücken dir vom stillen Munde:

Liebste, ach nur eine Stunde!

In dem Park, an der Rotunde,

Wenn es dunkelt, harr ich dein.

 

Coda

 

Und kann ich nicht sein

Mit dir zu zwein,

So will ich, allein,

Der Schwermut mich weihn!


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Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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