Der Geist


Nächtlich dehnen sich die Stunden,

Unschuld schlaft in stiller Bucht,

Fernab ist die Welt verschwunden,

Die das Herz in Träumen sucht.

 

Und der Geist tritt auf die Zinne,

Und noch stiller wird's umher,

Schauet mit dem starren Sinne

In das wesenlose Meer.

 

Wer ihn sah bei Wetterblicken

Stehn in seiner Rüstung blank:

Den mag nimmermehr erquicken

Reichen Lebens frischer Drang. -

 

Fröhlich an den öden Mauern

Schweift der Morgensonne Blick,

Da versinkt das Bild mit Schauern

Einsam in sich selbst zurück.


 © textlog.de 2004 • 25.06.2019 07:33:46 •
Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright