Die Spielleute


Frühmorgens durch die Klüfte

Wir blasen Victoria!

Eine Lerche fährt in die Lüfte:

"Die Spielleut sind schon da!"

Da dehnt ein Turm und reckt sich

Verschlafen im Morgengrau,

Wie aus dem Traume streckt sich

Der Strom durch die stille Au,

Und ihre Äuglein balde

Tun auf die Bächlein all

Im Wald, im grünen Walde,

Das ist ein lust'ger Schall!

 

Das ist ein lust'ges Reisen,

Der Eichbaum kühl und frisch

Mit Schatten, wo wir speisen,

Deckt uns den grünen Tisch.

Zum Frühstück musizieren

Die muntern Vögelein,

Der Wald, wenn sie pausieren,

Stimmt wunderbar mit ein,

Die Wipfel tut er neigen,

Als gesegnet' er uns das Mahl,

Und zeigt uns zwischen den Zweigen

Tief unten das weite Tal.

 

Tief unten da ist ein Garten,

Da wohnt eine schöne Frau,

Wir können nicht lange warten,

Durchs Gittertor wir schaun,

Wo die weißen Statuen stehen,

Da ist's so still und kühl,

Die Wasserkünste gehen,

Der Flieder duftet schwül.

Wir ziehn vorbei und singen

In der stillen Morgenzeit,

Sie hört's im Traume klingen,

Wir aber sind schon weit.


 © textlog.de 2004 • 17.09.2021 15:18:57 •
Seite zuletzt aktualisiert: 05.08.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright