Nicht ohne Not Soldat der Kultur sein


183.

Nicht ohne Not Soldat der Kultur sein. — Endlich, endlich lernt man, was nicht zu wissen einem in jüngeren Jahren so viel Einbusse macht: dass man zuerst das Vortreffliche tun, zu zweit das Vortreffliche aufsuchen müsse, wo und unter welchen Namen es auch zu finden sei: dass man dagegen allem Schlechten und Mittelmäßigen sofort aus dem Wege gehe, ohne es zu bekämpfen, und dass schon der Zweifel an der Güte einer Sache — wie er bei geübterem Geschmacke schnell entsteht — uns als Argument gegen sie und als Anlass, ihr völlig auszuweichen, gelten dürfe: auf die Gefahr hin, einige Male dabei zu irren und das schwerer zugängliche Gute mit dem Schlechten und Unvollkommenen zu verwechseln. Nur wer nichts Besseres kann, soll den Schlechtigkeiten der Welt zu Leibe gehen, als der Soldat der Kultur. Aber der Nähr- und Lehrstand derselben richtet sich zugrunde, wenn er in Waffen einhergehen will und den Frieden seines Berufs und Hauses durch Vorsorge, Nachtwachen und böse Träume in unheimliche Friedlosigkeit umkehrt.


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