Bedingung

Bedingung (conditio) ist ein Umstand, ohne den ein Kausalverhältnis nicht statthaben, ein Ereignis nicht stattfinden kann. Das »Bedingende« ist das, was die Abhängigkeit eines (physischen, psychischen, logischen) Vorganges, Zustandes setzt, das »Bedingte« das, was als abhängig bestimmt wird. »Conditio sine qua non« = absolute unerläßliche Bedingung.

Nach GOCLEN ist »conditio« »qualitas ea, qua aliquid condi, id est, fieri aptum est« (Lex. phil. p. 435). KANT sieht in den Anschauungsformen (s. d.) subjektive »Bedingungen« aller Erfahrung. Der Bedingungsbegriff ist eine der Kategorien (s. d.). »Bedingen« ist nach SCHELLING »die Handlung, wodurch etwas zum Ding wird«, »bedingt« ist »das, was zum Ding gemacht ist, woraus zugleich erhellt, daß nichts durch sich selbst als Ding gesetzt sein kann« (Vom Ich S. 11). Nach HEGEL ist Bedingung »das Unmittelbare, auf das der Grund sich als auf seine wesentliche Voraussetzung bezieht« (Log. II, 107). J. ST. MILL nennt Bedingung eines Phänomens »das Ganze der Umstände«, unter denen es statthat (Log. I, 388). HODGSON gebraucht statt »Ursache« den Terminus »real condition« (Met. of Exper. 1898). Nach O. SCHNEIDER ist Bedingung kein »Stammbegriff«. »Das Bewußtsein der Bedingung und Bedingtheit ist nur eine Vorstufe des Bewußtseins der Ursache und der Ursächlichkeit, ist das noch, unentwickelte, gleichsam das noch knospende Ursächlichkeitsbewußtsein« (Transcend. S. 197). Nach SIGWART ist Bedingung »etwas, was die Wirksamkeit des hervorbringenden Grundes möglich macht« (Log. II2, 157). Die Summe der Bedingungen ist »Ursache« (s. d.); so auch SCHUPPE (Log. S. 73), dagegen WUNDT (s. Ursache): Bedingung ist der weitere Begriff; die Erde z.B. ist die permanente Bedingung der einzelnen Fallerscheinung, deren »Ursache« in der Erhebung in eine bestimmte Höhe besteht (Log. I2, S. 597 ff., 103 ff.; Syst. d. Phil.2, S. 290 f.). OSTWALD versteht unter Bedingung die zeitliche oder räumliche Regelung eines energetischen Verlaufes (Vorles. üb. Naturph.2, S. 299). Einige Forscher wollen den Kausalbegriff (s. d.) durch den der Bedingtheit ersetzen.


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