Wie die Tage so golden verfliegen,
wie die Nacht sich so selig verträumt –
wenn am Abend bechiffonte Ziegen
vor der Theke sich wogen und wiegen –
wo der Sekt Gottbehüte noch schäumt ...
Wo im Schleier – ich danke, Herr Franke –
junge Nutten den Beifox vollziehn ...
O du schimmernde Blüte der Panke!
Sei gegrüßt, du mein schönes Berlin –!
Und die Nacht, wenn bei Rotters sie toben,
dem Claqueure der Handschuh zerplatzt –
wenn Annoncen, so bilderdurchwoben,
ihre Herren preisen und loben –
wenn die Loge futtert und schmatzt ...
»Wat is denn det hier forn Jestanke?
Wer eßt hier Käse? Ham Sien?« ...
O du schimmernde Blüte der Panke!
Sei gegrüßt, du mein schönes Berlin –!
Wo mit müde verzogenen Lippen
junger Gent kalten Schleichhändler frißt –
wo Chauffeure die schweinernen Rippen
in die fettige Brihsuppe stippen –
wo der Fahrgast die Taxe vergißt ...
Da begrabt mich mit Efeugeranke,
mit Ranunkeln und weißem Jasmin – –
Hier leben? Mensch, welch Gedanke!
O du schimmernde Blüte der Panke!
Sei gegrüßt, du mein schönes Berlin –!