Mädchen für alles

Mädchen für alles wird seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein viel variiertes ironisches Witzwort, das natürlich dem Annoncendeutsch entstammt. Gutzkow 9, 44 (1846) erwähnt ›eine Magd "für alles"‹ und die Grenzboten 1847, 2. Sem. 3, 356 ebenso ein ›Mädchen "für Alles".‹

Dann bringt der Kladd. 1862, 203 die stark satirische Anzeige: "Gesucht wird ein König für Alles, welcher nötigen Falles auch auswärts schlafen kann. Auf kleines Gehalt wird mehr gesehen, als auf gute Behandlung. usw. usw.

Witwe Hellas, Wittelsbacher Weg Nr. 1."

Ebenda 1863, 193 wird Herr Wöniger ein ›politisches "Mädchen für Alles"‹ genannt, und 1866, 206 inseriert mit ergötzlichster Parodie Ein Minister für Alles.

Das Stichwort ist noch heute im Schwang, wie sich aus Bleibtreu, Heyse, Nietzsche und anderen belegen ließe.


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