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Kunst


Was in der Erscheinung der Freiheit und in der Anschauung des Naturprodukts getrennt existiert, nämlich Identität des Bewußten und Bewußtlosen im Ich und Bewußtsein dieser Identität, fällt im Kunstprodukt zusammen. Der Grundcharakter desselben ist eine »bewußtlose Unendlichkeit«, welche ganz zu entwickeln kein endlicher Verstand fähig ist. Jede ästhetische Produktion geht aus vom Gefühl eines unendlichen Widerspruches, welches durch das Kunstwerk befriedigt wird. In diesem sind die beiden Tätigkeiten, welche zuerst getrennt waren, vereinigt und es wird so durch das Kunstwerk ein »Unendliches endlich dargestellt«, worin die Schönheit liegt (Idealistische Gehaltsästhetik). Kunst und Wissenschaft haben dieselbe Aufgabe, aber ein Genie gibt es nur in der Kunst. Die Kunst ist die Objektivität der intellektuellen Anschauung selbst; durch sie wird ein unendlicher Gegensatz in einem endlichen Produkt aufgehoben. Die Kunst ist das »einzige und wahre und ewige Organon zugleich und Dokument der Philosophie«, sie ist das Höchste, weil sie »das Allerheiligste gleichsam öffnet, wo in ewiger und ursprünglicher Vereinigung gleichsam in einer Flamme brennt, was in der Natur und Geschichte gesondert ist und was im Leben und Handeln ebenso wie im Denken ewig sich fliehen muß«. Die Natur selbst ist ein »Gedicht«. Die Philosophie ist von der Poesie geboren und kehrt in sie zurück. Das Ziel der Kunst ist die »Vernichtung des Stoffes durch Vollendung der Form«. Die absolute Schönheit ist die urbildliche Schönheit der Idee. Das Erhabene ist die Einbildung des Unendlichen ins Endliche. Das Tragische liegt dort, wo der Held, der durch Verhängnis schuldig wird. im Momente des größten Leidens zur höchsten Befreiung gelangt.


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