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Naturphilosophie


Wir kommen damit zu Platons Naturphilosophie. Hier kommen pythagoreische u. a. Einflüsse zur Geltung, hier tritt die Phantasie in Tätigkeit und auch der Mythus spielt eine Rolle. Platon selbst betont, in der Naturfrage handle es sich, weil hier die Welt des Werdens in Frage kommt, nicht mehr um reines und absolut gewisses, adäquates Denken, sondern um bloße Wahrscheinlichkeit, Glauben (pistis) und Analogie (im Unterschiede von den ametaptôtoi logoi gibt es hier nur einen eikota mython, Tim. 29; vgl. Parmenides). Der göttliche Demiurg, der Vater der Welt (patêr toude tou pantos, Tim. 28 C f.), hat aus Güte, gemäß der ewig seienden Idealwelt, die dingliche Welt aus der Materie gestaltet. Zugleich mit der Welt ist erst die Zeit, das Bild der Ewigkeit, entstanden (Tim. 37 C f., 38 A f., 47 B f.). Die Welt ist als Ganzes ein vortreffliches Gebilde, ein Bild des Schöpfers (eikôn tou poiêtou), ein Mensch im Großen (makranthrôpos), ein sichtbarer Gott (theos aisthêtos), ein nie alterndes, vollkommenes (teleon kai agêrôn kai anoson), lebendiges, beseeltes, vernunftbegabtes Wesen (zôon emphychon ennoun te, Tim. 30 A). Sie ist ein Bild, der Gottheit (eikôn tou noêtou theou aisthêtos, megistos te kai teleôtatôs gegonen,, Tim. 92). Platon ist also Optimist. Die Form der Welt ist die sphärische, die Bewegung derselben die kreisförmige. Das Prinzip der Weltbewegung und des Lebens ist die Weltseele, welche der Demiurg vor dem (gestalteten) Körper der Welt geschaffen. Sie enthält als Zentrum der Welt, welche sie durchdringt, die Elemente aller Dinge und erkennt alles, das Seiende und das Werdende, indem sie aus einem Unteilbaren und einem Teilbaren besteht, als ein Drittes neben dem Ewigen und Wandelbaren (psychên de eis to meson autou theis dia pantos te eteine kai eti exôthen to sôma autê periekalypse tautê, Tim. 34 B f.; tês ameristou kai aei kata tauta echousês ousias kai tês au peri ta sômata gignomenês meristês triton ex amphoin en mesô synekrasato ousias eidos, Tim. 35 f.). Das Identische (tauton), Eine und das »Andere« (thateron), Mannigfaltige liegt in ihr vereinigt.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 28.11.2006