Philosophie ohne passives Prinzip


Eine Philosophie, welche kein passives Prinzip in sich hat, eine Philosophie, welche spekuliert über Existenz ohne Zeit, über das Dasein ohne Dauer, über die Qualität ohne Empfindung über das Wesen ohne Wesen, über das Leben ohne Leben, ohne Fleisch und Blut - eine solche Philosophie, wie die des Absoluten überhaupt, hat, als eine durchaus einseitige, notwendig die Empirie zu ihrem Gegensatz. Spinoza hat die Materie wohl zu einem Attribut der Substanz gemacht, aber nicht als ein Prinzip des Leidens, sondern gerade deswegen, weil sie nicht leidet, weil sie einzig, unteilbar, unendlich ist, weil sie insofern die nämlichen Bestimmungen hat, als das ihr entgegengesetzte Attribut des Denkens, kurz, weil sie eine abstrakte Materie, eine Materie ohne Materie ist, gleichwie das Wesen der Hegelschen Logik das Wesen der Natur und des Menschen ist, aber ohne Wesen, ohne Natur, ohne Mensch.

 


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