C. Das Luft- und Sonnenbad

Das Luft- und Sonnenbad. Ist im engern Sinne das Verfahren, sich nackt oder nur leicht bekleidet der Luft und dem Sonnenlichte auszusetzen, indem man sich in einem Pavillon oder Schilderhäuschen, welches an allen Seiten geöffnet werden kann, bei gutem Wetter täglich einige Stunden in der freien Luft und im Sonnenscheine aufhält. Gegen Gicht, Rheumatismus, nervösen Gesichtsschmerz und andere Leiden leistet ein solches Luftbad oft mehr, als alle Arznei. Alten Leuten, schwachen Kindern, Rekonvaleszenten, asthmatischen Männern, bleichsüchtigen Frauenzimmern u. s. w. ist nichts erquickender und wohltätiger, als der täglich mehrstündige Aufenthalt an einem sonnigen, vor Winden geschützten Plätzchen, wo selbst schon bei uns, im nördlichen Deutschland, in den Monaten Februar und März, sowie noch im Oktober und November an heitern Tagen die Sonnenstrahlen recht erwärmend sind. Solche schwächliche Personen fühlen sich, nachdem sie sich eine bis zwei Stunden leicht gekleidet, der Sonne exponiert haben, sehr gestärkt. Am Ufer der See kann man, nachdem man einige Minuten gebadet, gleichfalls ein schönes Luftbad nehmen, indem man, wie dies bei uns viele Badende an menschenleeren Plätzen der Ostsee noch jetzt wohl tun, hier, nachdem man vom Badediener gut abgetrocknet worden, leicht mit dem Hemde bekleidet, einige Minuten spazieren geht, sich darauf nackend im warmen Sande wälzt, dann wieder in die See springt und dieses, zwei bis dreimal wiederholt. Ein solches Badeverfahren ist bei Gesunden jedem andern vorzuziehen, indem der bedeutend wohltätige Eindruck auf das Nervensystem, den das plötzliche Tauchen in die See erregt, hier öfter als einmal bei jedem Baden stattfindet.


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