Arundo Calamagrostis

Arundo Calamagrostis. Die ganze Pflanze dieses Rohres wird im Aufguss gegen Wassersucht gelobt (Osiander 1. c. S. 277). Wirksamer ist, zumal in der Bauchwassersucht, eine Abkochung der Brunnenkresse (Sisymbrium Nasturtium) in Bier, eine Handvoll in einem Maß Bier, täglich verbraucht, welches Mittel sehr auf den Harn treibt. Folgender Tee ist gleichfalls gegen die Haut- und Bauchwassersucht älterer Leute, wenn sie ohne Fieber ist, ein beliebtes Volksmittel in Deutsch­land:

Nr. 25. Nimm: Wacholderbeeren, Hauhechelwurzel (Ra­dix Ononidis spinosae), Bitterklee und Wermuth, von jedem ein Lot, Sennesblätter, zwei Quentchen, gieße darauf ein halbes Maß kochend Wasser und infundiere Alles. Ist das Ganze kalt geworden, so seihe man die Flüssigkeit durch, gieße noch ein­mal ein halbes Maß Wasser auf den Rückstand und koche die­sen zehn Minuten lang. Alsdann seihe man die Abkochung durch, mische sie zu dem früher bereiteten Tee und lasse den Kranken Tassenweise und stets gut erwärmt die Portion den Tag über austrinken. — Leidet der Kranke an Fieberhitze, Blutwallung und Verstopfung des Leibes, ist er noch jung und kräftig, entstand die Wassersucht nach dem Scharlachfieber, trat sie schnell nach Erkältung auf, so passen kühlende Abführmit­tel (s. d. und wähle das Rezept Nr. 10).

Andere, ganz wirksame Hausmittel gegen Wassersucht, de­ren wir bei Osiander (p. 274—284) sogar 51 zählen, sind:

1) Meerrettichwurzeln, fein zerschnitten und mit kochendem Bier übergössen.

2) Der Saft des Meerrettichs, dreimal täglich einen Esslöffel voll, mit Zucker vermischt, genommen.

3) Ungestoßener Senf, Abends und Morgens einen Teelöffel voll.

4) Hollundermus, dreimal täglich zwei bis drei Teelöffel voll, mit heißem Bier genommen.

5) Der Saft von Vogelbeeren (Sor­bits aucuparia) und ein Tee der Blumen von Gnaphalium arenarium.

6) Eine Abkochung der Hollunderwurzel (ist sehr wirksam).

7) 20 Gran Ofenruß, zwei bis dreimal täglich, mit etwas Wein oder Wacholderbranntwein eingenommen.

8) Ein englisches Mittel gegen Wassersucht ist dieses: Man nehme ein Pfund zerstoßenen Senf, gieße darauf eine Flasche Rhein­wein, kläre nach 24 Stunden das Flüssige ab und gebe davon vier- bis sechsmal täglich einen bis zwei Esslöffel voll.

9) Reife Weintrauben, in Menge täglich gegessen und dabei als einzige Nahrung nur Weißbrot und Wasser; diese Kur, drei bis vier Wochen fortgesetzt, heilte einen Bauchwassersüchtigen, den die Ärzte schon aufgegeben hatten, radikal. (Vgl. auch Artikel Ananas). Nach Thunberg hält man am Kap die Wurzeln von Asclepias undulata für sehr harntreibend.

10) Das heiße Sandbad treibt auch sehr den Harn, wie den Schweiß (s. Arenatio). Gegen geschwollene Füße gebrauchen manche unserer Landleute mit Nutzen Beutel mit heißem Sande oder Asche, in welche die Füße gesteckt werden.

11) Sehr wirksam sind Einreibungen von Terpentinöl (Oleum Terebinthinae) in die Nierengegend und von Baumöl (Oleum olivarum) In die Haut des Rumpfs und der Glieder. (Most.)

12) Friktionen der Haut, besonders der Glieder mit Flanell, der mit gewöhnlichem Räu­cherpulver durchgeräuchert worden, unterstützen sehr die Kur der Wassersucht durch die genannten Mittel. (Most).

13) Eine Abkochung von Arundo Donax ist, nach Osiander (a. a. O. S. 279) ein französisches Volksmittel gegen Wassersucht.


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