Arenatio

Arenatio. Das heiße Sandbad ist ein schon im Altertum berühmtes Mittel gegen chronische Wassersucht. Der Kranke wird mit erwärmtem Sand überschüttet und der Sonne ausgesetzt (Celsus Libr. HI. cap. 21). In nördlichen Gegenden — sagt Oslander — kann man das Sandbad im Backofen nehmen lassen; d. h. sobald das frisch gebackene Brot gar gebacken und herausgenommen worden ist. Die Hauptwirkung ist hier der bedeutend stark hervorbrechende Schweiß. Unsern Landleuten, die so häufig durch Erkältung an Gicht und Rheumatismus leiden, ist der Backofen, worin sie sich mit Betten begeben, ein herrliches schweißtreibendes Hausmittel, das, frühzeitig, bald nach der Erkältung angewandt, ihnen oft in kurzer Zeit die Gesundheit wieder verschafft. Der heiße Sand wird mit Nutzen auch als trockenes Fußbad, mit Senfpulver vermischt, jeden Tag ein- bis dreimal gegen unterdrückte stinkende Fußschweiße und deren schlimme Folgen: Blindheit, Taubheit, Warzen an den Händen u. s. w. in Anwendung gebracht. Noch besser ist hier ein Pulver aus Salmiak, einen Teelöffel voll, und ungelöschten Kalk, zwei Teelöffel voll, welches in jeden Strumpf gestreut und die Nacht über getragen wird. Auch frische Erlenblätter, worin die Füße gesteckt werden, oder Gummigaloschen, auf den bloßen Füssen Tag und Nacht getragen, bringen den unterdrückten Fußschweiß bald wieder hervor, worauf die Krankheitserscheinungen dann verschwinden. (Ruete, Braun, v. Ammon). Ein Beutel mit 12—24 Pfund Sand auf den Unterleib gelegt, stillt durch Druck oft die schlimmsten Blutflüsse des Uterus, welche bei schwachen Frauen oft gleich nach der Geburt des Kindes einzutreten pflegen. (Kluge, Most.)


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