Ananas, Kristallwasser

Ananas. Die unreife Frucht derselben gibt man auf Java gegen Wassersucht. Zwei bis drei dünne Scheiben sollen schon heftigen Drang zum Urinieren hervorbringen (Osiander l.c. p. 279). Leiden Trinker an genanntem Übel, so bedient man sich als Hausmittel in Warschau der Wurzel des Schöllkrautes (Radix Chelidonii majoris), welche mit Bier infundiert wird (Murray). Als russisches Volksmittel gegen Wassersucht ist noch Folgendes famös geworden: Man nimmt acht bis zehn Beeren vom Seidelbast (hier Pfefferbaum genannt Daphne Mezereum L.), quetscht sie, nimmt sie mit Branntwein ein und überschüttet (um in Schweiß zu geraten) den ganzen Körper mit frischem Birkenlaube. — NB. Bei jungen, sehr reizbaren, an Blutwallungen und Fieber leidenden Wassersüchtigen, wie z. B. dieses zuweilen bei Kindern nach überstandenem Scharlachfieber der Fall ist, passt aber solches Mittel nicht; hier ist der kühlende und gelinde abführende Cremor Tartari, vier Mal täglich einen Esslöffel voll, vorzuziehen. Noch angenehmer nimmt sich das sogenannte Kristallwasser (Aqua crystallina). Die Bereitung desselben ist diese:

Nr. 20. Nimm: gereinigten Weinstein vier Lot, weißen Zucker acht Lot, eine Flasche Wasser, koche alles fünf Minuten lang, lasse es erkalten und gib dem Kranken alle ein bis zwei Stunden eine halbe bis eine ganze Obertasse voll. Man lasse das, was am Boden des Gefäßes dick und trübe aussieht, zurück. Angenehm ist es dem Kranken, zu jeder Obertasse voll Kristallwassers einen bis zwei Teelöffel voll Himbeeressig zu mischen (s. auch Arundo Calamagrostis).


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