Feuer


Unter "Feuer" stellt sich der einfache Mann heute noch etwas vor, was brennbare Stoffe vernichtet, weil er von seinem Interesse aus den Zustand seines Hauses, seiner Kleider, seiner Vorräte schwinden sieht. Diese populäre Anschauung war lange Zeit auch die wissenschaftliche. Man erklärte die Verbrennung als das Ausscheiden des Verbrennbaren, des Phlogiston. Die Chemiker kannten damals schon einen gewissen Zusammenhang zwischen der Oxydation und der Verbrennung. Sie erklärten nur die Wiederherstellung der Metalle aus ihren Oxyden durch den Hinzutritt des Phlogiston. Heute lehrt die Chemie, dass bei jeder Verbrennung Sauerstoff hinzutritt, dass das Produkt der Verbrennung demnach an Gewicht zugenommen hat. Die phlogistische Theorie, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts geltend war, lehrte also genau das Gegenteil von der Wahrheit. Man hatte für den guten Glauben in "Phlogiston" einen besonderen technischen Ausdruck erfunden; dieser gehörte der Umgangssprache des engsten Chemikerkreises an. Einen klaren Inhalt konnte er nicht haben, da er das Gegenteil von der Wirklichkeit lehrte.


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Seite zuletzt aktualisiert: 30.05.2006 
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