3. Verschiedene Wirkung der Elemente


Dazu kommt noch hinzu, daß nicht alle die Urelemente,

Die von den Dingen sich sondern, dieselbe Empfindung erwecken

Und nicht in gleicher Weise mit jeglichem Ding sich vertragen.

Erstens die Sonne: sie dörrt und vertrocknet den Boden der Erde,

Aber sie löst auch das Eis, und ihr Gluthauch bringt zum Zerschmelzen

Hochgeschichtete Massen von Schnee auf den Höhen der Berge,

Wie ja auch Wachs zerschmilzt, das in Sonnenhitze gelegt wird.

Ähnlich verflüssigt das Feuer zwar Erz und löset das Gold auf,

Aber das Fleisch und das Leder wird hart in der Flamme und runzlig.

Eisen, das man vom Feuer ins Wasser geworfen, erhärtet;

Weich im Wasser jedoch wird getrocknetes Leder und Dörrfleisch.

     Ölbaumlaub ist ein herrlicher Fraß für die bärtigen Ziegen,

Wie wenn daraus ein Saft von Ambrosia flösse und Nektar;

Und doch gibt es kein Laub, was dem Menschen bitterer schmeckte.

Endlich das Majoranöl ist dem Schweine zuwider; es scheut auch

Jeglichen Salbengeruch. Denn dem borstigen Tiere ist all dies

Heftiges Gift, was so oft uns fast zur Erquickung gereichet.

Aber für uns ist nun wieder der Kot der scheußlichste Unrat,

Während den Schweinen so sehr er behagt, daß sie gerade darinnen,

Ohne es satt zu werden, mit ganzem Körper sich wälzen.


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