Vierter Seelenbestandteil


Ihnen müssen wir also ein viertes Wesen gesellen;

Doch ward dieses bisher noch mit keinerlei Namen bezeichnet.

Ihm vergleicht sich wohl nichts an Beweglichkeit oder an Feinheit,

Denn nichts reicht an die Glätte und Kleinheit seiner Atome.

Dieses erzeugt in den Gliedern zuerst die Erregung der Sinne,

Da es zuerst wird gereizt infolge der Kleinheit der Keime;

Dann empfängt auch die Wärme den Stoß, und das Wirken des Windes,

Den man nicht sieht, dann die Luft, bis alles gerät in Bewegung:

Blut wallt auf, dann dringt das Gefühl auch in alle die innern

Teile, dann teilt es zuletzt auch den Knochen sich mit und dem Marke,

Sei es die Lust, sei's Glut der entgegengesetzten Empfindung.

Übrigens dringt kein Schmerz, kein heftiges Übel so leichthin

Tief bis ins Mark. Sonst würde am Ende ja alles in Aufruhr

Kommen, so daß kein Raum für das Leben mehr bliebe und alle

Stücke der Seele entwichen durch sämtliche Poren des Körpers.

Sondern zumeist hört schon an der Oberfläche des Leibes

Alle Bewegung auf. So können das Leben wir retten.


 © textlog.de 2004 • 24.10.2017 09:49:03 •
Seite zuletzt aktualisiert: 13.09.2005 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright