Ein Drittes ausgeschlossen


Ferner gibt es ja nichts, was als völlig verschieden vom Körper

Nennen sich läßt und zugleich nicht minder vom Leeren geschieden,

Was sich gleichsam als dritte Natur zu den ändern gesellte.

Denn was immer nur ist, muß immer aus Etwas bestehen,

Mag es nun groß an Gestalt, mag endlich auch klein es erscheinen:

Wenn es Berührung erfährt auch nur in dem winzigsten Umfang,

Wird sich dadurch auch des Körpers Betrag und die Summe vermehren.

Wenn es jedoch nicht faßbar erscheint, da es nirgend verhindert,

Daß ein beliebiger Körper in voller Bewegung hindurchfährt,

Merke dir, das ist der Raum, den wir als das Leere bezeichnen.

Auch wird, was für sich selber besteht, selbst Wirkungen äußern,

Oder es wird an sich selbst die Wirkungen andrer erleiden,

Oder es bietet den Raum für der ändern Wirkung und Dasein.

Aber Wirken und Leiden ist ohne den Körper unmöglich,

Und es gewähret den Raum nur Körperloses und Leeres.

Drum kann neben den Körpern und neben dem Leeren ein Drittes

Nie und nimmer für sich bestehn in dem Reiche der Dinge,

Weder was irgendeinmal für unsere Sinne sei faßbar,

Noch was mit dem Verstande der Mensch zu erschließen vermöchte.


 © textlog.de 2004 • 19.10.2017 14:40:54 •
Seite zuletzt aktualisiert: 14.09.2005 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright