Die feurige Quelle (bei Dodona).


Die Süßquelle bei Arados (an der Phönizischen Küste)

 

Eiskalt ist auch ein anderer Quell, doch schleudert man Werg drauf,

Fängt es sofort dort Feuer, und lodernd erhebt sich die Flamme.

Ähnlich entzünden sich Fackeln und leuchten wohl über die Flut hin,

Wo sie auch immer hinschwimmen vom Windstoß weitergetrieben.

Nämlich im Wasser schon gibt's sehr viele Atome des Feuers,

Und aus der Tiefe des Erdreichs selbst muß feuriger Keimstoff

Selbstverständlich erstehen, die ganze Quelle durchdringen

Und zugleich sich nach außen hindurch in die Lüfte entladen.

Freilich das reicht noch nicht hin, um den Brunnquell selbst zu erhitzen.

Deshalb muß sich der feurige Stoff, der im Wasser zerstreut ist,

Plötzlich nach außen entladen und über der Quelle sich sammeln.

 

Der Art ist auch im Meere die Aradosquelle; sie sprudelt

Süßes Wasser empor und vertreibt die umgebende Salzflut.

Auch noch an anderen Orten gewährt dem verdurstenden Seemann

Gar nicht selten das Meer solch hochwillkommenen Nutzen,

Weil es inmitten der salzigen Flut Süßwasser emporspeit.

     So kann also der Feuerstoff durch die Quelle nach außen

Sprudeln und dort in das Werg eindringen; sobald er darin sich

Sammelt oder vielleicht an den Körper der Fackel sich anhängt,

Lodern sie leicht urplötzlich empor; denn beide verwahren,

Werg wie Fackel, in sich die verborgenen Feueratome.

     Siehst du nicht auch, wie ein eben erloschener flächserner Lichtdocht,

Den du dem Nachtlicht näherst, noch eh' er die Flammen berühret,

Rasch sich entzündet? Dasselbe ereignet sich auch bei der Fackel.

Außerdem erglimmen noch vielerlei Dinge von ferne,

Wenn sie die Hitze berührt, noch ehe das Feuer sie anfaßt;

Also muß es sich auch bei jener Quelle verhalten.


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.09.2005 
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