Bewegung der Gestirne


Weiter erklär' ich die Bahnen der Sonne, den Wandel des Mondes,

Ferner die Kraft, mit der die Natur sie im Kreise herumlenkt.

Denn wir vermeinen doch nicht, daß diese Gestirne von sich aus

Frei und beständig sich drehen inmitten von Himmel und Erde,

Nur um gefällig die Früchte und lebenden Wesen zu fördern,

Oder daß irgendwie gar die Götter die Drehung besorgten.

     Auch wer richtig gelernt, daß die Götter ein sorgloses Dasein

Führen, der wundert sich wohl, wie sich alles im einzelnen abspielt,

Namentlich auch bei jenen Erscheinungen, welche dem Blicke

Über unserem Haupte im Äthergefilde sich zeigen.

Dann fällt mancher wohl wieder zurück in den früheren Glauben

Und bekennt sich als Sklaven von grausamen Herren, an deren

Allmacht leider er glaubt. Er weiß nicht, der Arme, was sein kann

Und was nicht kann sein und wie jedwedem umzirkt ist

Seine wirkende Kraft und der grundtief ruhende Markstein.


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.09.2005 
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