Jacobi, Dieu meriteroit-il ...?


Hannover. [Johann Friedrich Jacobi:] Dieu meriteroit-il bien qu'un homme eut pour lui des egards et du respect et qu'il lui en offrit un hommage public? Traduit de l'Allemand par une Westphalienne. à Hannovre aux depens de Jean Christ. Richter. 1751. in 8t. 121/2 Bogen. Die Urschrift dieses Werks ist bekannt. Sie hat sich mit Recht eine Stelle unter der kleinen Anzahl solcher Bücher erworben, welche ohne prahlende Gelehrsamkeit, die Pflichten der Religion den Herzen mehr einzuflößen, als dem Verstande aufzudringen suchen. Man hat eine Art des Vortrags dazu gewählt, worinne uns die Alten so viel Meisterstücke geliefert haben, und welchen die Neuern ganz verlassen zu haben schienen; den dialogischen. Alle Schönheiten desselben, die Sprache der Gesellschaft, die Verschiedenheit der Charaktere und Stellungen, die ungezwungnen Zwischenfälle, die angenehme Unordnung, welche eben so weit von der Methode als von der Verwirrung entfernt ist, die Übergänge, wovon man das Muster in der Natur der täglichen Unterredungen findet, sind glücklich erreicht worden. Die wesentlichern Schönheiten des Inhalts werden Lesern von Gefühl nicht entgehen. Dem Menschen ist alles eher angenehm zu machen, als seine Pflicht, und die Kunst das Joch der Religion als ein sanftes Joch vorzustellen, ist zu schwer, als dass sie jeder Gottesgelehrte haben sollte. Daher kommt es, dass man gegen ein Werk, von der Art wie das gegenwärtige ist, zwanzig findet, worinne man die Theologie als eine Sophisterei treibet, welche nichts weniger als einen Einfluß auf das Leben hat. Der Seelenschlaf, das jüngste Gericht, das tausendjährige Reich, die verklärten Körper werden noch jetzt in ganzen Alphabeten abgehandelt. Vortreffliche Gegenstände, welche wenigstens den Witz der Spötter tätig zu erhalten geschickt sind. Diesen aber durch ein Leben, welches der Geist der Religion beherrscht, und durch Lehrsätze zu entwaffnen, die durch eine erhabne Einfalt von ihrem göttlichen Ursprunge zeigen, ist ein Werk, womit man sich nur ungerne vermengt, weil es den Herrenhutern eingekommen ist, sich damit abzugeben. Wir erfreuen uns, dass man gleichwohl ein Buch von dieser Gattung allgemeiner zu machen gesucht hat, und zwar in einer Sprache, welche jetzo den Zoten und Gotteslästerungen gewidmet zu sein scheinet. Es hat die Übersetzung für hundert Streitschriften verdient, welche zu nichts dienen als den Haß zwischen den verschiednen Sekten zu erhalten. Westphalen hat einen guten französischen Dichter, es hätte also ganz leicht auch eine gute französische Übersetzerin haben können. Kostet in den Vossischen Buchläden hier und in Potsdam 8 Gr.


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