Töne


Wohin die Strahlen der Sonne nicht dringen, da finden doch die Töne Eingang. Mein Zimmer ist finster und düster; eine hohe Mauer hält beinahe das Tageslicht ab. - Es muß im Nachbarhofe sein, vermutlich ein umherziehender Musikant. Was für ein Instrument ist das? Eine Rohrflöte? - Was höre ich? - Das Menuett aus Don Juan! - So traget mich denn wieder fort, ihr weichen und mächtigen Klänge, mitten in den Kreis der Jungfrauen, in die Luft des Tanzes. - Der Apotheker stampft in seinem Mörser, die Magd scheuert ihren Grapen, der Stallknecht striegelt sein Pferd und klopft den Striegel auf dem Holzpflaster ab. Diese Klänge, sie gelten nur mir; sie winken niemandem, als mir. O habe Dank, wer du auch bist, habe Dank! Meine Seele ist so reich, so gesund, so freudetrunken.

 

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Seite zuletzt aktualisiert: 22.01.2006 
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