Psychologie des Begehrens


Überhaupt haftet allem Menschlichen diese Unvollkommenheit an, dass man erst mittels des Entgegengesetzten zum Besitze des Begehrten kommt. Ich will gar nicht reden von der Mannigfaltigkeit menschlicher Formationen, welche dem Psychologen am meisten zu schaffen macht (der Melancholische hat am meisten Sinn für das Komische, der Üppigste oft für das möglichst Idyllische, der Ausschweifende oft für das recht Moralische, der Zweifler ebenso für das Religiöse); sondern ich will nur daran erinnern, dass man erst durch die Sünde ein offenes Auge bekommt für die Seligkeit.

 

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Seite zuletzt aktualisiert: 22.01.2006 
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