Erinnerung


Für mich ist nichts gefährlicher, als - mich zu erinnern. Habe ich mich irgend eines früheren Verhältnisses erinnert, so hat das Verhältnis selbst aufgehört. Man sagt, dass Trennung dazu helfe, die Liebe aufzufrischen. Das ist durchaus wahr; aber diese wird dadurch auf rein poetische Art aufgefrischt. In der Erinnerung zu leben, ist das am meisten vollendete Leben, das sich denken läßt. Die Erinnerung befriedigt reichlicher, als alte Wirklichkeit, und sie hat eine Sicherheit, wie sie keiner Wirklichkeit eigen ist. Ein in der Erinnerung fortlebendes Verhältnis ist schon in die Ewigkeit übergegangen und hat kein zeitliches Interesse mehr.

 

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Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 22.01.2006 
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